Infocenter Kerntechnik & Kernenergie
Daten, Fakten, Forschung und Perspektiven zur Zukunft der Energieversorgung.
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Wissenschaft, Forschung und Lehre in der Kerntechnik
Kerntechnik als vielseitiges technologisches Anwendungsfeld
Die Kerntechnik ist weit mehr als nur eine Technologie der Stromerzeugung oder eine Aufgabe für Rückbau und Endlagerung. Sie spielt auch in zahlreichen anderen gesellschaftlich und technisch relevanten Bereichen eine wichtige Rolle. Dazu gehören die medizinische Diagnostik und Therapie mit Radionukliden, die Materialforschung, industrielle Anwendungen ionisierender Strahlung, Beiträge zur Raumfahrttechnik sowie grundlegende physikalische Forschung. Diese breite Anwendungsvielfalt zeigt, dass kerntechnisches Wissen dauerhaft in Wissenschaft, Industrie und öffentlicher Verantwortung benötigt wird, unabhängig von der zukünftigen Struktur der Energieversorgung.
Bedeutung kerntechnischer Lehrstühle für den Wissens- und Kompetenzerhalt
Die Zukunftsfähigkeit einer hochentwickelten Industrie- und Wissensgesellschaft hängt maßgeblich von ihrer Fähigkeit ab, wissenschaftliche Kompetenz zu erhalten, weiterzuentwickeln und an kommende Generationen weiterzugeben. Dies gilt in besonderem Maße für die Kerntechnik, die trotz des deutschen Ausstiegs aus der kommerziellen Stromerzeugung weiterhin ein unverzichtbarer Bestandteil von Wissenschaft, Forschung und Lehre bleibt.
Kerntechnische Lehrstühle und Forschungseinrichtungen in Deutschland leisten einen zentralen Beitrag zur Sicherung dieses Wissens. Sie bilden hochqualifizierte Fachkräfte aus, die nicht nur für den sicheren Betrieb bestehender Anlagen, sondern vor allem für Stilllegung, Rückbau und die langfristige Entsorgung radioaktiver Abfälle benötigt werden. Diese Aufgaben werden Deutschland noch über viele Jahrzehnte begleiten und erfordern kontinuierlich verfügbares, aktuelles Know-how, das nicht allein durch Dokumentation ersetzt werden kann, sondern aktiv gelebt und weiterentwickelt werden muss.
- Stuttgart, Baden-Württemberg
Ansprechpartner
Prof. Dr. [Name]
Institutsleiter
- +49 711 685-62371
- info@ike.uni-stuttgart.de
Exzellente Lehre und praxisnahe Ausbildung an deutschen Universitäten
Ein Beispiel hierfür ist das Institut für Kernenergetik und Energiesysteme (IKE) der Universität Stuttgart. Hier wird ein breites Spektrum an Lehrveranstaltungen angeboten: von klassischen Grundlagen der Kerntechnik über Reaktorphysik und Strahlenschutz bis hin zu modernen Themen wie probabilistischen Methoden oder nuklearer Entsorgung. Besonders hervorzuheben ist die praxisnahe Ausbildung am Siemens-Unterrichtsreaktor, die Studierenden ermöglicht, theoretisches Wissen direkt experimentell zu vertiefen. Gleichzeitig werden aktuelle Forschungsthemen wie passive Sicherheitssysteme oder der Einsatz künstlicher Intelligenz zur Simulation komplexer Störfälle bearbeitet.
Die AG PSS an der Ruhr-Universität Bochum hingegen konzentriert sich auf die Simulation und Sicherheitsanalyse kerntechnischer Anlagen sowie auf die Bewertung und Weiterentwicklung der dafür eingesetzten Werkzeuge. Im Mittelpunkt stehen internationale Systemcodes, die angewendet, validiert und kontinuierlich verbessert werden. Diese Programme ermöglichen realitätsnahe „Best-Estimate“-Simulationen von Anlagenzuständen, insbesondere bei Störfällen, und dienen zugleich als Wissensbasis der Störfallanalyse. Ergänzend werden sicherheitsrelevante thermo- und fluiddynamische Detailphänomene – etwa Wasserstoffdeflagrationen, Druckstöße oder das Quenchen überhitzter Strukturen – mittels CFD untersucht. Neben kommerziellen Lösungen liegt ein besonderer Fokus auf Open-Source-Software und deren Weiterentwicklung, mit dem Ziel, langfristig eine umfassende CFD-Umgebung für die Sicherheitsforschung aufzubauen.
- Bochum, Nordrhein-Westfalen
Ansprechpartner
Prof. Dr. [Name]
Gruppenleiter
- +49 234 32-26598
- plasma@rub.de
Forschungsschwerpunkte und technologische Innovationen
Auch an der Technischen Universität München bündelt das TUM Center for Nuclear Safety and Innovation (TUM.CNSI) Kompetenzen in Forschung und Lehre. Mit dem Forschungsreaktor FRM II, modernen Laboren und leistungsfähigen Rechenclustern verfügt die TUM über eine einzigartige Infrastruktur in Deutschland. Hier werden unter anderem neue Kernbrennstoffe entwickelt, innovative Reaktorkonzepte untersucht und medizinisch relevante Radioisotope erforscht. Die enge Verzahnung von Forschung und Lehre ermöglicht es Studierenden, frühzeitig an anspruchsvollen Projekten mitzuwirken und internationale Erfahrungen zu sammeln.
Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) verfolgt mit seinem Programm zur nuklearen Sicherheits- und Entsorgungsforschung einen langfristigen Ansatz. Im Fokus stehen die Sicherheit von Kernanlagen, der Schutz von Mensch und Umwelt sowie die Endlagerung radioaktiver Abfälle über sehr lange Zeiträume. Die Forschung reicht von grundlegenden physikalischen und chemischen Prozessen bis hin zu praktischen Fragen des Rückbaus und der Materialüberwachung. Gleichzeitig bietet das KIT ein breites Lehrangebot, das Studierende auf Tätigkeiten in Wissenschaft, Industrie und Behörden vorbereitet.
- München, Bayern
Ansprechpartner
Prof. Dr. [Name]
Direktor CNSI
- +49 89 289-10797
- cnsi@tum.de
Praxisorientierte Studiengänge und internationale Vernetzung
Ergänzt wird diese universitäre Landschaft durch Hochschulen für angewandte Wissenschaften wie die FH Aachen. Diese Einrichtung setzt besonders stark auf praxisorientierte Ausbildung und internationale Vernetzung. Der Studiengang „Master of Nuclear Applications“ in Jülich ist ein Beispiel für ein interdisziplinäres und international ausgerichtetes Programm, das Studierende auf vielfältige Anwendungen nuklearer Technologien vorbereitet – von Energie über Medizin bis hin zur Materialforschung.
- Karlsruhe, Baden-Württemberg
Ansprechpartner
Prof. Dr. [Name]
Programmleiter
- +49 721 608-22344
- nuclear@kit.edu
Weiterbildung und neue Qualifizierungswege
Auch neue Bildungsangebote entstehen, um den aktuellen Herausforderungen zu begegnen. So bietet die Westfälische Hochschule einen spezialisierten Masterstudiengang zur Sicherheit in der nuklearen Entsorgung an, der die gesamte Prozesskette von Rückbau bis Endlagerung abdeckt und sich gezielt an berufstätige Fachkräfte richtet.
- Karlsruhe, Baden-Württemberg
Ansprechpartner
Prof. Dr. [Name]
Programmleiter
- +49 721 608-22344
- nuclear@kit.edu
Fazit: Kerntechnik als dauerhafte Aufgabe für Wissenschaft und Gesellschaft
Insgesamt zeigt sich: Die Kerntechnik ist in Deutschland weiterhin ein bedeutendes wissenschaftliches und technologisches Feld – nicht trotz, sondern gerade wegen der besonderen Herausforderungen, die sich aus Rückbau, Entsorgung und internationaler Entwicklung ergeben. Gleichzeitig bleibt sie ein wichtiger Bestandteil globaler Forschungsaktivitäten, etwa in der Medizintechnik, der Materialforschung oder bei der Entwicklung neuer Reaktorkonzepte wie Generation-IV-Systemen und Small Modular Reactors.
Der langfristige Erhalt und Ausbau kerntechnischer Lehrstühle ist daher nicht nur eine Frage der Energiepolitik, sondern vor allem eine strategische Entscheidung für den Wissenschafts- und Innovationsstandort Deutschland. Nur durch kontinuierliche Forschung, praxisnahe Lehre und internationale Zusammenarbeit kann sichergestellt werden, dass auch zukünftige Generationen über das notwendige Wissen verfügen, um verantwortungsvolle und sichere Lösungen im Umgang mit nuklearen Technologien zu entwickeln.
- Karlsruhe, Baden-Württemberg
Ansprechpartner
Prof. Dr. [Name]
Programmleiter
- +49 721 608-22344
- nuclear@kit.edu
Kerntechnik
Kerntechnik im Alltag. Unsichtbar, aber überall.
Kerntechnik ist weit mehr als Stromerzeugung. Sie ist eine Querschnittstechnologie, die zentrale Bereiche von Wirtschaft, Wissenschaft und Alltag prägt und in vielen Zukunftsfeldern eine wichtige Rolle spielt.
In Medizin, Umweltforschung, Informationstechnologie und Materialentwicklung trägt sie dazu bei, Innovationen zu ermöglichen und technologische Leistungsfähigkeit zu sichern. Beispiele reichen von Fortschritten in der Krebsdiagnostik und -therapie über hochpräzise Materialanalysen bis hin zu Anwendungen in Raumfahrt, Industrieproduktion sowie Umwelt- und Klimaforschung.
Auch im Alltag kommen kerntechnische Verfahren zum Einsatz. In der Sterilisation von medizinischen Instrumenten, Kosmetik, Verpackungen oder Lebensmitteln wird Strahlung gezielt genutzt, um Keime zu reduzieren und Produktsicherheit sowie Haltbarkeit zu erhöhen.
Darüber hinaus spielt Kerntechnik eine wichtige Rolle in der Entwicklung neuer Schlüsseltechnologien. Dazu zählen unter anderem Anwendungen in der Halbleiterforschung, der Batterietechnologie und der modernen Werkstoffentwicklung.
Reaktortechnologien: Vom Standardmodell bis zu neuen Reaktorkonzepten.
Weltweit leistet Kernenergie einen bedeutenden Anteil an gesicherter, wetterunabhängiger und umweltfreundlicher Stromversorgung. Den größten Anteil bilden Leichtwasserreaktoren, insbesondere Druckwasser- und Siedewasserreaktoren, die seit Jahrzehnten zuverlässig im Einsatz sind.
Ergänzend existieren weitere Reaktorkonzepte mit unterschiedlichen technischen Ansätzen und Einsatzmöglichkeiten. Schwerwasserreaktoren (CANDU) ermöglichen eine flexiblere Brennstoffnutzung. Graphitmoderierte Reaktoren wie RBMK oder AGR verfolgen alternative Konzepte, sind jedoch mit spezifischen sicherheitstechnischen Herausforderungen verbunden. Schnelle Reaktoren und Hochtemperaturreaktoren bieten perspektivisch zusätzliche Möglichkeiten – etwa für eine effizientere Brennstoffnutzung oder die Bereitstellung industrieller Prozesswärme, beispielsweise zur Wasserstoffproduktion.
International gewinnt zudem die Entwicklung neuer Reaktorkonzepte an Bedeutung. Generation-IV-Systeme sowie Small Modular Reactors (SMR) werden als Ansätze betrachtet, um Sicherheit weiter zu erhöhen, Investitionen flexibler zu gestalten und Kernenergie stärker in zukünftige Energiesysteme zu integrieren.
Sicherheit. Grundlage und Maßstab.
Sicherheit ist das zentrale Prinzip der Kerntechnik. Ziel ist der zuverlässige Schutz von Mensch und Umwelt vor ionisierender Strahlung – im Betrieb ebenso wie bei Rückbau und Entsorgung.
Das Sicherheitsniveau basiert auf strengen gesetzlichen Vorgaben, technischer Auslegung nach dem Stand von Wissenschaft und Technik sowie unabhängiger staatlicher Aufsicht. Zentrale Elemente sind mehrfach gestaffelte Barrieren zum Einschluss radioaktiver Stoffe sowie technische Prinzipien wie Redundanz, Diversität und automatische Abschaltsysteme. Physikalische Eigenschaften vieler Reaktortypen tragen zusätzlich zur Selbststabilisierung bei. Neue Konzepte wie Generation-IV-Reaktoren und Small Modular Reactors (SMR) sind fortgeschrittene Kernenergiesysteme, die auf signifikante Verbesserungen in den Bereichen Sicherheit, Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit abzielen. Sie nutzen häufig schnelle Neutronenspektren und geschlossene Brennstoffkreisläufe, um die Ausnutzung von Brennstoff zu maximieren und langlebige radioaktive Abfälle deutlich zu reduzieren. Charakteristisch sind innovative Kühlkonzepte (z. B. Natrium, Blei oder geschmolzene Salze) sowie inhärente bzw. passive Sicherheitssysteme, die auch ohne aktive Eingriffe stabile Zustände gewährleisten.
Kernfusion. Der nächste große Technologiesprung.
Parallel zur heutigen Kernspaltung wird weltweit intensiv an der Kernfusion geforscht. Ziel ist eine langfristige, nahezu CO₂-freie Energiequelle mit hohem Versorgungspotenzial. Forschungsanlagen wie Wendelstein 7-X in Deutschland oder das internationale Großprojekt ITER bilden dabei zentrale Meilensteine.
Die Kernfusion befindet sich noch in der Entwicklungs- und Demonstrationsphase. Ihre technische Umsetzung im industriellen Maßstab ist eine langfristige Aufgabe, die kontinuierliche Forschung, internationale Zusammenarbeit und den Aufbau technologischer Infrastruktur erfordert.
Bedeutung für Deutschland. Kompetenz erhalten, Zukunft gestalten.
Auch im Rahmen des Kernenergieausstiegs bleibt Kerntechnik für Deutschland von strategischer Bedeutung. Kompetenzen in diesem Bereich sind weiterhin erforderlich – insbesondere für Rückbau, Entsorgung, Sicherheitsfragen und die internationale Zusammenarbeit in Forschung und Regulierung.
Gleichzeitig eröffnet die Beteiligung an globalen Forschungs- und Technologieentwicklungen industriepolitische und innovationsbezogene Chancen. Der Erhalt und die Weiterentwicklung kerntechnischer Expertise bleiben damit ein wichtiger Baustein für technologische Souveränität und Zukunftsfähigkeit.
Kernenergie
Versorgungssicherheit. Stabilität im Energiesystem.
Kernenergie ist weltweit und in Europa ein zentraler Bestandteil einer verlässlichen Stromversorgung. In der Europäischen Union stellte sie zuletzt rund ein Viertel der Stromerzeugung und ist damit eine der wichtigsten CO₂-armen Energiequellen.
Ein wesentlicher Vorteil liegt in der hohen Verfügbarkeit: Kernkraftwerke liefern kontinuierlich Strom unabhängig von Wetter und Tageszeit und tragen damit zur gesicherten Leistung im Energiesystem bei. Gerade in Zeiten hoher Nachfrage oder geringer Einspeisung aus Wind- und Solarenergie stabilisieren sie die Versorgung.
Darüber hinaus leisten Kernkraftwerke wichtige Beiträge zur Netzstabilität. Durch ihre rotierenden Schwungmassen stellen sie sogenannte Momentanreserve bereit, die Frequenzschwankungen im Stromnetz unmittelbar ausgleicht. Auch Regelenergie, von der Primärregelung bis zur Minutenreserve, kann durch Kernkraftwerke bereitgestellt werden. Damit tragen sie wesentlich dazu bei, die Netzfrequenz von 50 Hertz stabil zu halten und Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Klimaschutz. Große Wirkung bei niedrigen Emissionen.
Kernenergie gehört zu den emissionsärmsten Formen der Stromerzeugung. Über den gesamten Lebenszyklus hinweg sind ihre CO₂-Emissionen vergleichbar mit Wind- und Wasserkraft.
Historisch hat die Nutzung der Kernenergie in Deutschland erhebliche Mengen an Treibhausgasen vermieden. Auch international spielt sie eine wichtige Rolle bei der Erreichung von Klimazielen, da sie große Mengen CO₂-armer Energie zuverlässig bereitstellen kann.
Neue Ansätze erweitern dieses Potenzial zusätzlich: So kann die Abwärme von Kernkraftwerken genutzt werden, etwa zur CO₂-Abscheidung aus der Atmosphäre. Perspektivisch könnten solche Kombinationen sogar zu negativen Emissionen beitragen.
Wirtschaftlichkeit. Systemkosten im Blick.
Die Wirtschaftlichkeit der Kernenergie wird häufig anhand der Stromgestehungskosten einzelner Anlagen bewertet. Dabei zeigt sich: Trotz hoher Anfangsinvestitionen sind Kernkraftwerke über ihre lange Laufzeit hinweg wettbewerbsfähig.
Entscheidend ist jedoch die Betrachtung des gesamten Energiesystems. Während wetterabhängige erneuerbare Energien geringe Einzelkosten aufweisen, entstehen zusätzliche Systemkosten: etwa für Netzausbau, Speicher, Reservekapazitäten und Regelenergie.
Kernkraftwerke verursachen diese Zusatzkosten in deutlich geringerem Umfang, da sie kontinuierlich und planbar Strom liefern. In der Gesamtbetrachtung tragen sie daher zur Kosteneffizienz eines Energiesystems bei, insbesondere bei hohen Anforderungen an Versorgungssicherheit und Klimaschutz.
Ressourceneffizienz. Hohe Energiedichte, geringer Flächenbedarf.
Ein zentrales Merkmal der Kernenergie ist die außergewöhnlich hohe Energiedichte des Brennstoffs. Im Vergleich zu fossilen Energieträgern sowie zu erneuerbaren Technologien wird deutlich weniger Material eingesetzt, um große Energiemengen zu erzeugen.
Dies wirkt sich auch auf den Flächenbedarf aus: Kernkraftwerke benötigen im Verhältnis zur erzeugten Strommenge deutlich weniger Fläche als Wind- oder Solaranlagen. Dadurch ergeben sich Vorteile für Landschaft, Biodiversität und Flächennutzung.
Zudem kann ein Teil des eingesetzten Kernbrennstoffs wiederaufbereitet und erneut genutzt werden. Zukünftige Technologien versprechen eine noch effizientere Nutzung vorhandener Ressourcen und eröffnen zusätzliche Potenziale im Brennstoffkreislauf.
Einordnung. Baustein im Energiemix.
Kernenergie verbindet Versorgungssicherheit, Klimaschutz und Ressourceneffizienz. In vielen Ländern ist sie daher ein fester Bestandteil langfristiger Energiestrategien.
Für die Transformation zu einem klimaneutralen Energiesystem wird zunehmend ein technologieoffener Ansatz verfolgt. Kernenergie spielt dabei – je nach nationalem Kontext – eine wichtige Rolle, insbesondere in Kombination mit erneuerbaren Energien.
Proof Points & Daten
Zahlen und Fakten zur globalen Bedeutung der Kernenergie
Klimaschutz
Kernenergie ist Europas größte einzelne CO₂-arme Stromquelle
F&E
Milliardenbudget für europäische Nuklearforschung
https://www.eesc.europa.eu/cs/news-media/press-summaries/euratom-research-and-training-programme-2028-2032?utm
Zusätzliche
Investitionen in neue Nukleartechnologien
Versorgungssicherheit
Mehr als 70 Reaktoren weltweit im Bau
Aktuell befinden sich weltweit 79 Kernreaktoren in 16 Ländern im Bau, zwei Drittel davon in Asien. Darüber hinaus sind über 100 weitere Reaktoren geplant.
„Kernenergie wächst weltweit – besonders in Zukunftsmärkten.“
Verbandstag 2026
Am 21. Mai in Berlin lädt KernD zum diesjährigen Verbandstag in die Wartehalle Berlin ein.
Unter dem Leitmotiv „Industrie der Zukunft“ versammelt die Veranstaltung ausgewählte Persönlichkeiten aus Industrie, Wissenschaft, Politik und Medien. Im Fokus stehen zentrale Fragen der europäischen Energiesouveränität sowie die Rolle technologischer Innovationen – insbesondere im Bereich der Kerntechnik – für Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit.
Der Verbandstag versteht sich als exklusives Forum für einen offenen und fundierten Austausch in einem hochkarätigen Kreis. Die Veranstaltung richtet sich an einen geladenen Teilnehmerkreis.
- 11. Mai 2026
Programmüberblick
09:00 Uhr – Einlass und Begrüßung
09:30 Uhr – Eröffnung
Dr. Martin Pache & Nicole Koch (KernD)
09:35 Uhr – Politischer Impuls
- 5. Mai 2026
09:50 Uhr – Panel 1: Europa baut neu
Mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Industrie, u. a. Hidde Baars (Nucleair Nederland) und Carl Berglöf (Ministry of Climate and Enterprise Schweden)
11:00 Uhr – Kaffeepause
- 28. April 2026
11:30 Uhr – Panel 2: SMR als europäisches Industrieprojekt
Mit Beiträgen führender europäischer Unternehmen und Organisationen: Kalev Kallemets (FERMI Energia), Dr. Magnus Mori (Urenco), Tobias Ravn Thomas (Copenhagen Atomics), Emmanuel Brutin (nucleareurope)
12:30 Uhr – Mittagessen
14:30 Uhr – Keynote: Strom- und Wärmeanforderungen von Hyperscalern
15:00 Uhr – Diskussion
- 15. April 2026
15:30 Uhr – Panel 3: Endlagerung – Europas Erfolgsmodelle
Einblicke in Endlagerstrategien aus Finnland, der Schweiz und Deutschland: Mika Pohjonen (Posiva Solutions), Philipp Senn (Nagra), Dagmar Dehmer (Bundesgesellschaft für Endlagerung), Franklin Servan-Schreiber (Transmutex)
16:30 Uhr – Kaffeepause
Expertenmeinungen
Prof. Dr. Janne Wallenius
„Wir konnten neuartige aluminiumlegierte Stähle entwickeln, die in flüssigem Blei vollständig korrosionsbeständig sind – ein wissenschaftlicher und technologischer Durchbruch.“
Wie aus einer Forschungsidee ein Reaktorkonzept der nächsten Generation wurde, welche Rückschläge den Weg geprägt haben und warum bleigekühlte Reaktoren als besonders sicher und effizient gelten: Im Interview gibt Prof. Dr. Janne Wallenius, CTO von Blykalla, spannende Einblicke in die Entwicklung des SEALER-Reaktors und die Zukunft kompakter Kernenergie. Jetzt das vollständige Gespräch lesen.
Prof. Dr. Markus Roth
„Wenn wir selbst fest an das Potenzial unseres Ansatzes glauben – warum dann nicht ein Unternehmen gründen, um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen?“
Von der Grundlagenforschung zur Unternehmensgründung: Prof. Dr. Markus Roth erklärt, wie aus einer visionären Idee eines der ambitioniertesten Fusions-Start-ups Europas entstand. Im Interview gibt er Einblicke in technologische Durchbrüche, neue Geschäftsmodelle und den Weg zur kommerziellen Fusionsenergie. Jetzt das gesamte Interview entdecken.
Dr. Ulla Engelmann
„Unser Fachwissen zur sicheren Nutzung der Kerntechnik ist wichtiger denn je, da verschiedene Mitgliedstaaten der Kernenergie mit neuem Interesse begegnen.“
Das Joint Research Centre (JRC) steht im Zentrum der europäischen Bemühungen um nukleare Sicherheit, Forschung und Regulierung. Im Interview gibt Dr. Ulla Engelmann Einblicke in die Rolle des JRC als wissenschaftlicher Dienst der Europäischen Kommission: Von der Unterstützung der EU-Politik über den Erhalt nuklearer Kompetenzen bis hin zu aktuellen Herausforderungen im Bereich Innovation und Personalentwicklung.
Tommi Nyman
Lead Heights Reactor, Finnland
„Additionally, nuclear heat alleviates pressure on the wider energy system’s electrification efforts, as less electricity is needed for heating.“
Mit dem LDR-50 entwickelt Steady Energy ein kompaktes Reaktorkonzept für die klimafreundliche Fernwärmeversorgung und adressiert damit einen zentralen Hebel der Energiewende. CEO Tommi Nyman erläutert im Interview, wie modulare, unterirdisch errichtete Anlagen sichere und kosteneffiziente Wärme bereitstellen können – und gleichzeitig fossile Energieträger im Wärmesektor ersetzen.
Dr. Thomas Walter Tromm
Karlsruher Institut für Technologie
„Wir sollten akzeptieren, dass andere Länder, speziell in Europa, eine andere Sichtweise auf die Kernenergie haben.“
Von der Grundlagenforschung zur Unternehmensgründung: Prof. Dr. Markus Roth erklärt, wie aus einer visionären Idee eines der ambitioniertesten Fusions-Start-ups Europas entstand. Im Interview gibt er Einblicke in technologische Durchbrüche, neue Geschäftsmodelle und den Weg zur kommerziellen Fusionsenergie.
Meirzhan Yussupov
CEO Kazatomprom
„It can be said that at least every third nuclear reactor in the world runs on Kazakh uranium.“
Das Joint Research Centre (JRC) steht im Zentrum der europäischen Bemühungen um nukleare Sicherheit, Forschung und Regulierung. Im Interview gibt Dr. Ulla Engelmann Einblicke in die Rolle des JRC als wissenschaftlicher Dienst der Europäischen Kommission: Von der Unterstützung der EU-Politik über den Erhalt nuklearer Kompetenzen bis hin zu aktuellen Herausforderungen im Bereich Innovation und Personalentwicklung. Wie Europa seine nukleare Expertise langfristig sichern kann und welche Bedeutung internationale Zusammenarbeit dabei spielt, erfahren Sie im vollständigen Interview.
Philipp Senn
„Die Sicherheit steht an erster Stelle.“
Was passiert, wenn ein Land den schwierigsten Teil der Energiewende nicht verdrängt, sondern systematisch plant? Über Jahrzehnte hinweg, tief im Untergrund und mit direkter Beteiligung der Bevölkerung? Im Interview erklärt Philipp Senn von der Nagra, wie die Schweiz einen Standort für ein Atommüll-Endlager findet, warum geologische Sicherheit dabei über allem steht und weshalb selbst grenznahe Regionen in Deutschland eingebunden werden. Zwischen wissenschaftlicher Präzision, politischem Verfahren und gesellschaftlichem Dialog entsteht ein selten offener Blick auf eines der langfristigsten Infrastrukturprojekte Europas. Ein Gespräch über Vertrauen, Transparenz und Entscheidungen, die Generationen betreffen werden.
Steffen Kanitz
„Innovationen sind Treiber im Rückbau.“
Was passiert, wenn ein Unternehmen vom Stromproduzenten zum Rückbauspezialisten wird und dabei den eigenen Wandel als Innovationsmotor versteht? Steffen Kanitz, CTO der RWE Nuclear GmbH, beschreibt im Interview, wie Deutschlands Kernkraftwerke Schritt für Schritt zurückgebaut werden und warum dabei nicht nur Erfahrung, sondern vor allem neue Technologien, Robotik und Digitalisierung den Unterschied machen. Von „digitalen Zwillingen“ über autonome Messroboter bis hin zu kompletten Rückbaufabriken entsteht ein Bild davon, wie Hightech selbst im Stilllegungsprozess zur Schlüsselressource wird. Ein Blick hinter die Kulissen eines der größten industriellen Transformationsprozesse Europas – zwischen Sicherheit, Effizienz und der Suche nach einer neuen Zukunft für alte Standorte.
Dr. Rita Baranwal
„Westinghouse has a more than 70-year history with nuclear energy, and we intend to support our customers for at least 150 years or more.“
Wenn ein Unternehmen seine Zukunft in Jahrhunderten denkt, geht es längst nicht mehr nur um einzelne Reaktoren, sondern um ganze Energiesysteme. Westinghouse will den globalen Ausbau der Kernenergie nicht nur technologisch begleiten, sondern über Generationen hinweg verlässlich absichern: Von neuen Small Modular Reactors bis hin zur Versorgung bestehender Anlagen weltweit. Das Interview zeigt, wie aus Erfahrung, Standardisierung und Innovation eine Strategie entsteht, die auf Stabilität in einer sich radikal wandelnden Energiewelt setzt.
Prof. Dr. Sibylle Günter
„Ohne ein stärkeres staatliches Engagement wird es keine Energie aus Fusionskraftwerken geben.“
Die Vision der Kernfusion als nahezu unerschöpfliche Energiequelle ist technisch faszinierend, doch sie bleibt ohne politische Rückendeckung unerreichbar. Prof. Dr. Sibylle Günter macht im Interview deutlich, dass nicht nur wissenschaftliche Durchbrüche zählen, sondern vor allem langfristige staatliche Investitionen, klare gesetzliche Rahmenbedingungen und der Aufbau von Nachwuchsstrukturen. Zwischen Rekordplasmen in Wendelstein 7-X und milliardenschweren Zukunftsprojekten zeigt sich: Der Weg zur Fusionsenergie ist weniger ein Sprint der Forschung als ein Marathon der Gesellschaft.
Kalev Kallemets
„Fermi Energia aims to receive nuclear construction license early 2028 and to start commercial power generation by Christmas 2031.“
Estland steht vor einem möglichen energiepolitischen Wendepunkt: Mit kleinen modularen Reaktoren soll erstmals Kernenergie ins Land geholt werden: Schnell, skalierbar und als Antwort auf Versorgungssicherheit und Klimaziele. Kalev Kallemets beschreibt im Interview, wie aus einer privaten Initiative ein politisch breit diskutiertes Projekt wurde, das inzwischen hohe öffentliche Zustimmung erfährt. Zwischen geopolitischen Krisen, wachsender Energieunsicherheit und technologischen Entscheidungen zeigt sich: Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wann Estland in die Kernenergie einsteigt – und wie schnell daraus Realität wird.
Peter Berben
„ENGIE Electrabel and the Belgian Government signed an Agreement with the Objective to extend the Operational Lifetime of our youngest Reactors Doel 4 and Tihange 3 for ten Years.“
Belgien vollzieht eine energiepolitische Kurskorrektur: Statt vollständigem Atomausstieg steht nun die Laufzeitverlängerung der modernsten Reaktoren im Fokus. Das Interview mit Peter Berben zeigt, wie eng technische Sicherheit, politische Entscheidungen und wirtschaftliche Risiken bei dieser Kehrtwende miteinander verflochten sind. Zwischen Alterungsmanagement, neuen Sicherheitsanforderungen und staatlicher Mitverantwortung entsteht ein komplexes Projekt, das weit über eine einfache Betriebsverlängerung hinausgeht und zum Prüfstein für die zukünftige Rolle der Kernenergie in Europa wird.
Dr. Guido Knott
„Die Diskussionen in der Öffentlichkeit waren zumindest teilweise schwer zu ertragen und haben nicht dazu beigetragen, Unsicherheiten in unserer Mannschaft abzubauen.“
Die letzten Monate der deutschen Kernenergie waren alles andere als Routine: politischer Druck, kurzfristige Entscheidungen und ein Kraftakt im Betrieb der verbleibenden Anlagen. Dr. Guido Knott von PreussenElektra GmbH spricht offen über den Streckbetrieb von Isar 2 Kernkraftwerk, technische Herausforderungen im Hintergrund und die Belastung für die Belegschaft in einer Phase maximaler Unsicherheit. Gleichzeitig macht er klar, dass diese Episode keine Kehrtwende bedeutet, sondern den endgültigen Ausstieg aus der Kernenergie markiert. Ein Interview über Verantwortung im Krisenmodus, politische Erwartungen und das Ende einer Ära.
Pietro Barabaschi
ITER ist mehr als ein Reaktor – es ist ein globales Experiment an den Grenzen des technisch Machbaren. Pietro Barabaschi beschreibt ein Projekt, das schon während seiner Entstehung Wissenschaftsgeschichte schreibt: von gigantischen Magnetspulen bis zu völlig neuen Materialtechnologien. Doch trotz aller Fortschritte bleibt der Weg zur Energie aus Kernfusion voller ungelöster Fragen. Wie nah ist die Menschheit wirklich an der Fusion und was muss noch gelöst werden, bevor aus Forschung Strom wird?
Greg Hands
Großbritannien setzt wieder konsequent auf Kernenergie und zwar in einem Ausmaß, das die Energieversorgung des Landes grundlegend verändern soll. Bis zu 24 Gigawatt neue Kernkraft sollen bis 2050 entstehen. Warum die Regierung diesen radikalen Kurswechsel für unverzichtbar hält, welche Rolle SMRs spielen sollen und wie schnell neue Reaktoren tatsächlich kommen könnten, erklärt Energieminister Greg Hands im Interview.
Kirsty Gogan & Rauli Partanen
„We should definitely also look into new deployment models such as shipyard-manufactured floating power plants and ‘Gigafactories’.“
Die Kernenergie steht vor einem möglichen Paradigmenwechsel: weg von klassischen Großprojekten, hin zu modularen, industriell gefertigten Lösungen im Gigawatt-Maßstab. Im Interview erklären Kirsty Gogan und Rauli Partanen, warum neue Bau- und Finanzierungsmodelle entscheidend für die Zukunft der Atomkraft sind und wie SMRs, Gigafactories und schwimmende Reaktoren die Energiewende beschleunigen könnten.
Ingemar Engkvist
„No other industry in the world sees competitors collaborate and share best practices under WANO the way the nuclear industry does.“
Kernenergie ist ein Hochsicherheitssektor und gleichzeitig ein globales Netzwerk ungewöhnlicher Zusammenarbeit. Ingemar Engkvist, CEO der WANO, erklärt im Interview, wie Wettbewerber weltweit zusammenarbeiten, um Sicherheit zu maximieren, was nach Fukushima konkret verändert wurde und warum die Kultur des Lernens in der Branche einzigartig ist.
Dr. Christian Reiter
„Kerntechnik besteht eben nicht nur aus der Nutzung zur Stromerzeugung, sondern ist aus der Grundlagenforschung nicht mehr wegzudenken.”
Kerntechnik ist weit mehr als Energieerzeugung: Sie ist Grundlage für Medizin, Materialforschung und technologische Innovation. Genau hier setzt das neue Center for Nuclear Safety and Innovation der TU München an: Es will Forschung bündeln, neue Lehrformate schaffen und die nächste Generation von Fachkräften ausbilden. Im Gespräch erklärt Dr. Christian Reiter, warum Kompetenzaufbau nicht warten kann, welche Rolle der Forschungsreaktor FRM II spielt und weshalb Kerntechnik in der Wissenschaft längst unverzichtbar geworden ist.
Massimo Garribba
„EU Member States can choose their energy sources and can include nuclear in their energy mix as part of their effort to achieve decarbonisation and carbon neutrality by 2050.“
Die Energiewende in Europa ist nicht nur eine Frage der Ziele, sondern auch der Wege dorthin. Im Zentrum steht dabei ein politisch komplexes Spannungsfeld zwischen Klimaneutralität, Versorgungssicherheit und technologischer Offenheit. Massimo Garribba von der EU-Kommission erläutert, wie die europäische Taxonomie, Marktmechanismen und nationale Energiesouveränität zusammenspielen und warum die Entscheidung über Kernenergie letztlich in den Händen der Mitgliedstaaten liegt.
Yves Desbazeille
“Since the Beginning, FORATOM has Advocated for the Taxonomy to Follow a Technology Neutral Approach.”
Die Frage, ob Kernenergie als nachhaltige Investition gelten darf, ist längst zu einem der zentralen Konfliktfelder der europäischen Energiepolitik geworden. Zwischen Klimazielen, Finanzmärkten und politischer Ideologie ringt die EU um eine Definition von „grün“, die weitreichende Konsequenzen für ganze Industriezweige hat. Im Interview erklärt FORATOM-Direktor General Yves Desbazeille, warum die Branche seit Jahren auf eine technologieoffene Bewertung drängt und weshalb die Taxonomie weit mehr ist als ein technisches Regelwerk für Investoren. Es geht um Milliardeninvestitionen, politische Weichenstellungen und letztlich um die Rolle der Kernenergie in einem klimaneutralen Europa. Ein Gespräch über wissenschaftliche Bewertung versus politische Entscheidung, über die Macht von Klassifikationen und darüber, wie stark regulatorische Definitionen die Zukunft einer ganzen Energieform prägen können.
John Gorman
„I am Personally Very Excited About Canadas’s Positioning as a Tier One Nuclear Power and also as a First Mover in Small Modular Reactors.”
Kaum ein Land verbindet industrielle Erfahrung, Klimapolitik und technologische Innovation derzeit so eng wie Kanada: ein Staat, der bestehende Reaktoren modernisiert, Kohle ersetzt und gleichzeitig eine neue Generation von Kerntechnik vorbereitet. Im Interview beschreibt Canadian Nuclear Association-CEO John Gorman, warum Kanada sich selbstbewusst als „Tier One Nuclear Nation“ sieht und welche Rolle Small Modular Reactors dabei spielen sollen. Zwischen Großprojekten, medizinischen Isotopen und einer eng vernetzten Industrie entsteht ein Bild eines Landes, das Kernenergie nicht nur als Stromquelle versteht, sondern als strategisches Klimainstrument. Es geht um Milliardeninvestitionen, industrielle Transformation und die Frage, wie ein bestehendes Energiesystem zur globalen Blaupause für Dekarbonisierung werden kann. Ein Gespräch über Tempo, Technologie und den Anspruch, vorne mitzugestalten statt zu folgen.
Massimo Garribba
„EU Member States can choose their energy sources and can include nuclear in their energy mix as part of their effort to achieve decarbonisation and carbon neutrality by 2050.“
Die Energiewende in Europa ist nicht nur eine Frage der Ziele, sondern auch der Wege dorthin. Im Zentrum steht dabei ein politisch komplexes Spannungsfeld zwischen Klimaneutralität, Versorgungssicherheit und technologischer Offenheit. Massimo Garribba von der EU-Kommission erläutert, wie die europäische Taxonomie, Marktmechanismen und nationale Energiesouveränität zusammenspielen und warum die Entscheidung über Kernenergie letztlich in den Händen der Mitgliedstaaten liegt.
Yves Desbazeille
“Since the Beginning, FORATOM has Advocated for the Taxonomy to Follow a Technology Neutral Approach.”
Die Frage, ob Kernenergie als nachhaltige Investition gelten darf, ist längst zu einem der zentralen Konfliktfelder der europäischen Energiepolitik geworden. Zwischen Klimazielen, Finanzmärkten und politischer Ideologie ringt die EU um eine Definition von „grün“, die weitreichende Konsequenzen für ganze Industriezweige hat. Im Interview erklärt FORATOM-Direktor General Yves Desbazeille, warum die Branche seit Jahren auf eine technologieoffene Bewertung drängt und weshalb die Taxonomie weit mehr ist als ein technisches Regelwerk für Investoren. Es geht um Milliardeninvestitionen, politische Weichenstellungen und letztlich um die Rolle der Kernenergie in einem klimaneutralen Europa. Ein Gespräch über wissenschaftliche Bewertung versus politische Entscheidung, über die Macht von Klassifikationen und darüber, wie stark regulatorische Definitionen die Zukunft einer ganzen Energieform prägen können.
John Gorman
„I am Personally Very Excited About Canadas’s Positioning as a Tier One Nuclear Power and also as a First Mover in Small Modular Reactors.”
Kaum ein Land verbindet industrielle Erfahrung, Klimapolitik und technologische Innovation derzeit so eng wie Kanada: ein Staat, der bestehende Reaktoren modernisiert, Kohle ersetzt und gleichzeitig eine neue Generation von Kerntechnik vorbereitet. Im Interview beschreibt Canadian Nuclear Association-CEO John Gorman, warum Kanada sich selbstbewusst als „Tier One Nuclear Nation“ sieht und welche Rolle Small Modular Reactors dabei spielen sollen. Zwischen Großprojekten, medizinischen Isotopen und einer eng vernetzten Industrie entsteht ein Bild eines Landes, das Kernenergie nicht nur als Stromquelle versteht, sondern als strategisches Klimainstrument. Es geht um Milliardeninvestitionen, industrielle Transformation und die Frage, wie ein bestehendes Energiesystem zur globalen Blaupause für Dekarbonisierung werden kann. Ein Gespräch über Tempo, Technologie und den Anspruch, vorne mitzugestalten statt zu folgen.