Fakten zur Kernenergie

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In seinem Artikel „Zum Zeitplan des Standortauswahlverfahrens für die Endlagerung hoch radioaktiver Abfälle in Deutschland“ beschreibt Autor Prof. Dr. Klaus-Jürgen Röhlig den Ist-Stand des laufenden Auswahlverfahrens für einen Endlagerstandort für die hochradioaktiven Abfälle, analysiert die Konsequenzen der nunmehr dokumentierten zu erwartenden starken Verzögerung des Verfahrens und macht Vorschläge, wie das Verfahren zweckmäßig modifiziert werden kann, um die Standortauswahl deutlich zu beschleunigen.

Der Printartikel ist in der Ausgabe 03/2023 der atw – International Journal for Nuclear Power erscheinen.

Zum_Zeitplan_des_Standortauswahlverfahrens_für_die_Endlagerung_hoch-radioaktiver_Abfälle_in_Deutschland_Klaus-Jürgen_Röhling_atw_2023-04

In dem Artikel „Ist das Standortauswahlverfahren gescheitert? Auswahl von Endlagerstandorten für hochradioaktive wärmeentwickelnde Abfälle“ analysiert das ehemalige Mitglied der Endlagerkommission und jahrzehntelange Kenner der deutschen Entsorgungspolitik im Nuklearbereich, Prof. Dr. Bruno Thomauske, die drastische Änderung bei der Abschätzung des Zeitbedarfs von Standortauswahl und Endlagerung durch BGE und BASE, beleuchtet die Frage der prinzipiellen Durchführbarkeit des laufenden Verfahrens aus seiner Sicht, und macht Vorschläge zu einem neu aufzusetzenden Verfahren, das erfolgversprechender zum Ziel führen könnte.

Der Printartikel ist in der Ausgabe 03/2023 der atw – International Journal for Nuclear Power erscheinen.

Artikel_atw_03-2023_Ist_das_Standortauswahlverfahren_gescheitert_Der Realitätsschock_Prof_Thomauske

Der Artikel „How the Energy Trilemma can provide Learning Points between Countries – the Case for Nuclear“ vergleicht ausgehend vom Energie-Trilemma des World Energy Council – Versorgungssicherheit, Energiegerechtigkeit, Nachhaltigkeit – die Ergebnisse der Energiewendepolitiken zwischen US-Bundesstaaten und Deutschland. Die Autoren kommen in ihrer Analyse zu der Schlussfolgerung, dass hinsichtlich der Performance der Senkung von THG-Emissionen bei der Stromerzeugung in Relation zu den Kosten der Politik US-Bundesstaaten, die auch Kernenergie in ihrer Energiwendestrategie einbeziehen, signifikant besser abschneiden als Deutschland.

Der Printartikel ist in der Ausgabe 02/2023 der atw – International Journal for Nuclear Power erscheinen.

Article_atw_2023-02_How_the_Energy_Trilemma_can_provide_Learning_Points_between_Countries-the_Case_for_Nuclear_Emblemsvag_Österlund

Der Artikel „The Global Renaissance of Nuclear Energy“ von Dr. Björn Peters beschreibt den gegenwärtig beobachtbaren Aufschwung der Kernenergie auch in westlichen Ländern und stellt ihn in den Kontext der ersten großen Wachstumsperiode der Kernkraft nach der ersten Ölkrise. In dem Artikel wird das neu erwachte Interesse an der Kernkraft als emissionsarme, regelbare und wirtschaftliche Stromerzeugungstechnologie auch mit den negativ geprägten Diskursen über Kernenergie und den wirtschaftlichen Herausforderungen der kapitalintensiven Technologie im Wettbewerb mit kostengünstigen fossilen Energieträgern in der langen Stagnationsphase der Kernenergienutzung kontrastiert. Schließlich werden wesentliche Herausforderungen für die kerntechnische Branche benannt, um die aktuelle Aufbruchstimmung tatsächlich in einen Erfolg umzusetzen, allen voran ein klarer Fokus auf günstige Erzeugungskosten. 

Der Printartikel ist in der Ausgabe 05/2022 der atw – International Journal for Nuclear Power erscheinen.

Article_atw_2022_5_The_Global_Renaissance_of_Nuclear_Energy_Björn_Peters

Der Artikel von Bojan Tomic und Mario van der Borst fasst die Ergebnisse einer Metastudie im Auftrag des niederländischen Ministeriums für Wirtschaft und Klimapolitik zusammen, die in Folge eines Parlamentsantrags in Auftrag gegeben wurde. Die Studie nahm dabei insbesondere die die Stromkosten bei einer Dekarbonisierung der Stromerzeugung mit Kernenergie und anderen kohlenstoffarmen Stromerzeugern in den Blick. Dabei werden u.a. die Kostenstrukturen neuer Kernkraftwerke und die anlagenbezogenen Erzeugungskosten sowie die induzierten Systemkosten der verschiedenen Erzeugungsoptionen betrachtet. 

Der Printartikel erschien in der Ausgabe 03/2021 der atw – International Journal for Nuclear Power.

Article_atw_2021-3_A_Role_for_Nuclear_in_the_Future_Dutch_Energy_Mix_Tomic_van_der_Borst

Der Artikel von Dr. Björn Peters und Hans-Peter Muhsal stellt ein Peer Review zur Studie „Gesellschaftliche Kosten der Atomenergie in Deutschland“ des Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag von Greenpeace Energy zu den Kosten der Kernenergie zwischen 1950 und dem Atomausstieg dar. Darin werden die vom FÖS getroffenen Annahmen und Methoden geprüft. Im Ergebnis wird festgestellt, dass das FÖS elementare betriebs- und volkswirtschaftliche Grundsätze missachtet und dadurch stark überhöhte gesellschaftliche Kosten errechnet, ohne umgekehrt den gesellschaftlichen Nutzen einzupreisen. Die hohen gesellschaftlichen Kosten, die das FÖS berechnete, ergeben sich auch dadurch, dass gesellschaftlicher Nutzen irrtümlich als Schaden gedeutet wurde, so etwa bei der CO2-Freiheit der Stromproduktion und beim Marktwert des Stroms aus Kernenergie. Vielmehr ist der Saldo zwischen gesellschaftlichem Nutzen, der auf 400 bis 800 Mrd. Euro beziffert werden kann, und den staatlichen Förderungen zwischen jeweils einem Szenario mit und ohne Kernenergie im Strommix zu bilden. Damit ergibt sich, dass der Nutzen der Kernenergie um das mindestens Achtfache höher war als die gesellschaftlichen Kosten.

Der Printartikel ist in der Ausgabe 01/2021 der atw – International Journal for Nuclear Power erscheinen.

Artikel_atw_D_2021-1_Kernenergie_bewirkt_hoeheren_Nutzen_als_gesellschaftliche_Kosten_Peters_Musahl

Der Artikel von Schalk Cloete stellt Ergebnisse seiner Studie zur Entwicklung eines dekarbonisierten Stromerzeugungssystems in einem generischen Land vor, dessen studienrelevante Parameter gewisse Ähnlichkeiten mit Deutschland aufweisen. Die Ausgangsfragestellug war, ob in der künftigen Entwicklung der Windkraft das Risiko einer vergleichbaren Stagnation besteht, wie sie die weltweite Entwicklung der Kernenergie seit den frühen neunziger Jahren charakterisiert hat. In der Studie werden verschiedene Szenarien – keine Kernenergie und kein CCS, kein CCS sowie alle Technologien eingeschlossen – in einem gekoppelten Modell der Strom- und Wasserstofferzeugung gerechnet und über die wesentlichen Modellparameter Sensitivitätsbetrachtungen hinsichtlich des resultierenden Energiemix durchgeführt. Schließlich wird für die verschiedenen Szenarien/Ergebnisse eine optimierende Kostenbetrachtung vorgenommen.

Der Printartikel ist in der Ausgabe 05/2021 der atw – International Journal for Nuclear Power erscheinen.

Article_atw_2021-5_Is_Wind_the_Next_Nuclear_Cloete

Der Artikel von Dr. Björn Peters stellt die Ergebnisse einer Studie zur Wirkung des Weiterbetriebs von Kernkraftwerken auf den Strompreis vor. Seine Analyse beruht auf langjährigen Wetter- und Verbrauchsdaten und ergibt für den Fall eines Weiterbetriebs von sechs Kernkraftwerken – drei aktuell in Betrieb, drei zum 31.12.2021 abgeschaltet – eine Senkung des Großhandelsstrompreises um 54 Prozent. Obgleich nicht der gesamte Strom an der Börse gehandelt wird und es in einem von Knappheit bestimmten, volatilen Markt Unsicherheiten hinsichtlich der Modellierung gibt, zeigen die Simulationsergebnisse den starken nichtlinearen Effekt des Erhalts von Kernkraftwerken auf den Strompreis in der aktuellen Situation.

Der Printartikel ist in der Ausgabe 06/2022 der atw – International Journal for Nuclear Power erscheinen.

Artikel_atw_2022-06_Der_Erhalt_von_sechs_Kernkraftwerken_könnte_den_Großhandelspreis_für_Strom_um_die_Hälft_ absenken_Björn_Peters

Fachartikel von Dr. Kai Kosowski und Dr. Marcus Seidl von der PreusssenElektra GmbH zur Darstellung des im Zusammenhang mit einem Weiterbetrieb von Kernkraftwerken zur Vorsorge in der Energiekrise breit diskutierten Betriebskonzepts für Kernkraftwerke „Streckbetrieb“. Der Printartikel wird in der Ausgabe 05/2022 der atw – International Journal for Nuclear Power erscheinen.

Artikel_atw-2022-5_Der_Streckbetrieb-wie_funktioniert_er_und_warum_eigentlich_Kosowski_Seidl

Im Artikel „Quo vadis Netzstabilität?  Wachsende Herausforderungen bei sich veränderndem Erzeugungsportfolio“ von Dr. Kai Kosowski und  Frank Dierks werden die grundlegenden technischen Anforderungen für einen stabilen Betrieb des Stromnetzes beschrieben und in Bezug zum laufenden und weiter geplanten massiven Umbau der Erzeugungsstrukturen gesetzt. Auch die Marktpreisbildung im Strommarkt und insbesondere der Beitrag der Kernkraftwerke zur Netzstabilität sowie ihre Regelfähigkeit werden beleuchtet. Diese wird anschließend technisch näher beschrieben und zuletzt werden die wachsenden Herausforderungen und Probleme für ein stabiles Stromsystem infolge der Energiewende aufgezeigt.

Der Originalartikel erschien in englischer Sprache in der atw – International Journal for Nuclear Power 02/2021 und wurde im damals veröffentlichten deutschen Beileger in der Ausgabe 06/2021 der atw auf deutsch veröffentlicht. Unten finden sich beide Fassungen zum Download:

Artikel atw D 2021-6 Quo vadis Netzstabilität Kosowski-Diercks

Article atw 2021-2 Quo vadis Grid Stability Kosowski Diercks

Aussage: „Atomkraft verursacht deutlich weniger CO2-Emissionen als Kohlekraftwerke, aber mehr als die erneuerbaren Energien.“

Faktencheck: Über den gesamten Lebenszyklus betrachtet entstehen folgende Emissionen an CO2-Äquivalenten pro erzeugter kWh bei den unterschiedlichen Energieträgern: Photovoltaik: 78-217 g, Wind 10-38 g, Wasser 4-36 g, Kernenergie 5-33 g (vgl.: PSI 2004/2007, ILK 2004, IER 1997/2000, EU 2007, Öko-Institut 2006). Das International Panel for Climate Change weist in seinem aktuellen Sonderbericht zum weltweiten 1,5-Grad-Ziel der Kernenergie eine wichtige Rolle beim Klimaschutz zu.

Aussage: „Wer auf Atomkraft setzt, blockiert in erster Linie den notwendigen Wandel zu einer sicheren und nachhaltigen Energieversorgung.“

Faktencheck: Der Ausstieg aus der Kernenergie ist in Deutschland politisch entschieden worden. Diese Entscheidung wurde und wird akzeptiert. Ungeachtet dessen sind Kernenergie und Erneuerbare kein Widerspruch. Im Gegenteil: Die Erneuerbaren genießen bei der Netzeinspeisung gesetzlich „Vorfahrt“. Die grundlastfähige Kernenergie sichert darüber hinaus bis zum Jahr 2022 die Zeiten ab, in denen die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht. Die grundlastfähige Kernenergie wird vornehmlich durch Stromerzeugung aus fossilen Energieträgern, im In- und Ausland, ersetzt. Weltweit wird in praktisch allen Ländern mit Kernenergie im Energiemix gleichzeitig auch auf die Erneuerbaren gesetzt.

Aussage: „Derzeit produziert Deutschland Strom im Überfluss.“

Faktencheck: Unter den Kriterien Versorgungssicherheit, Ressourcen- und Klimaschonung und Kosten ist es entscheidend, dass der Strom bedarfs- und zeitgerecht erzeugt wird. Erfolgt dies nicht, führt dies, volkwirtschaftlich betrachtet, in der Regel zu einer negativen Import-/Export-Bilanz. Stromüberschüsse werden in Zeiten geringer Nachfrage zu niedrigen Erlösen exportiert. Bedarfsgerechter, weil in der Erzeugung planbarer Strom oder Reserveleistung wird zu hohen Preisen importiert.  

Aussage: „Weltweit gibt es derzeit kein Verfahren zum vollständigen Recycling von radioaktiven Abfällen.“

Faktencheck: Die deutsche Gesetzeslage sieht eine Endlagerung der radioaktiven Abfälle in tiefen geologischen Formationen vor. Demnach ist mit einer Fertigstellung des Endlagers für hochradioaktive Abfälle etwa ab der Hälfte dieses Jahrhunderts zu rechnen. Die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle ist technisch gelöst. Der Bau eines solchen Endlagers etwa in Finnland unter ungünstigeren geologischen Voraussetzungen als in Deutschland zeigt zudem, dass der für die Endlagerung gesetzlich zuständigen Politik die entscheidende Rolle bei der zeitnahen Realisierung zukommt.

In der aktuellen Ausgabe des jährlich erscheinenden Berichts Reference Data Series No. 1 zeigt die IAEA Prognosen hinsichtlich der nuklearen Erzeugungskapazität für verschiedene Regionen. Diese Analyse bezieht diverse internationale Studien mit ein, einschließlich des World Energy Outlook 2017 der IEA. Die Prognosen werden in Low und High Szenarios unterteilt, abhängig von gegenwärtig existierenden Unsicherheiten bei der Projektierung neuer Anlagen und der Außerbetriebnahme existierender Kraftwerke.

Erzeugungskapazität weltweit

Im High Szenario zeigt die weltweite Erzeugungskapazität der Kernenergie einen kontinuierlichen Zuwachs auf 748 GWe bis zum Jahr 2050, was einem Plus von 90% gegenüber dem Jahr 2017 entspricht.

Im Gegensatz dazu findet beim Low Szenario zunächst eine Abnahme der Kapazität bis zum Jahr 2040 statt, um dann in den darauffolgenden zehn Jahren wieder auf ein höheres Niveau zu steigen.

Erzeugungskapazität weltweit in GWe 
Erzeugungskapazität weltweit in GWe

Erzeugungskapazität in der Region Nord-, West- und Südeuropa

Aufgrund des langfristigen Ausstiegs aus der Kernenergie bzw. des Umbaus der Energiesysteme verschiedener Länder, zeigt sich in Europa ein gegensätzlicher Trend.

Beide Szenarien veranschaulichen eine stetige Abnahme der Kapazität bis zum Jahr 2050. Gegenüber 2017 bedeutet dies ein Minus von 62% (Low) bzw.
19% (High).

 
 
Erzeugungskapazität in der Region Europa in GWe 
Erzeugungskapazität in der Region Europa in GWe

Anschubfinanzierung oder Subvention?
Aus atw 01 2016

In der Diskussion über den Einsatz und den Nutzen der Kernkraftwerke wird wiederholt behauptet, die Kernenergie habe bis heute öffentliche, teils umfangreiche, Subventionen erhalten. Nur deshalb sei Strom aus Kernkraftwerken überhaupt wirtschaftlich. Diese Aussage ist weiterhin falsch. Öffentliche Aufwendungen für den gesamten F&E-Bereich der Kernenergie werden zusammenfassend vorgestellt. Bezogen auf die bis heute aus Kernenergie erzeugten Strommengen betragen die spezifischen Forschungsausgaben für diesen Sektor rund 0,16 €Cent/kWh.

atw 1 – 2016: Forschungsförderung Kernenergie 1956 bis 2015: Update  (PDF, 239,11 KB)

Im Artikel von Dr. Björn Peters und Dr. Anna Veronika Wendland wird das Forschungspapier „Zu teuer und gefährlich:
Atomkraft ist keine Option für eine klimafreundliche Energieversorgung“ des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) von Wealer et al. analysiert, in dem  davor gewarnt wird, die Kernenergie als Instrument zur Senkung der CO2-Emissionen in der Energiewirtschaft zu nutzen. Die kritsche Analyse erweist, dass das Papier die Kernenergie in Deutschland vom nationalen und internationalen soziotechnischen System der Energiewirtschaft  isoliert betrachtet und u.a. durch willkürlich ungünstig gewählte Parameter der Kraftwerkskostenrechnung sowie eine stark einseitige, kernkraftkritische Quellen- und Literaturauswahl bewusst negativ darzustellen sucht. Aus einer verzerrenden Darstellung historischer Sachverhalte, die durch die Quellen und den internationalen Forschungsstand nicht gedeckt ist sowie teils sachlich falsche Darstellungen einiger kerntechnischer Sachverhalte ergibt sich der Befund des DIW, es handle sich bei der Kernenergie um eine gefährliche Polit- und Militärtechnik ohne ökonomischen Nutzen. Ein solches Vorgehen verstößt nach Auffassung der Autoren der Analyse gegen die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis.

Der Printartikel ist in der Ausgabe 10/2019 der atw – International Journal for Nuclear Power erscheinen.

atw_2019-10_Das_DIW-Papier_über_die_teure_und_gefährliche_Kernenergie_auf_dem_Prüfstand_wendland_peters

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