{"id":7848,"date":"2025-07-07T10:32:17","date_gmt":"2025-07-07T10:32:17","guid":{"rendered":"https:\/\/kernd.de\/?p=7848"},"modified":"2025-07-07T10:33:53","modified_gmt":"2025-07-07T10:33:53","slug":"kernd-verbandstag-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kernd.de\/en\/kernd-verbandstag-2025\/","title":{"rendered":"Verbandstag 2025"},"content":{"rendered":"<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"7848\" class=\"elementor elementor-7848\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-1175544 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"1175544\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-375d2db\" data-id=\"375d2db\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-a657e7e elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"a657e7e\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p><strong>Erster Verbandstag von Kerntechnik Deutschland<\/strong><\/p><p>Am 7. Mai 2025, rund einen Monat nach Vorstellung des Koalitionsvertrages der neuen Bundesregierung sowie am Tag nach der Regierungsbildung fand der erste Verbandstag von Kerntechnik Deutschland (KernD) mit dem Titel \u201eKerntechnik im Dialog\u201c als ganzt\u00e4gige Veranstaltung statt. Der KernD-Verbandstag richtete sich an G\u00e4ste aus Industrie, Wissenschaft, Politik, Medien und Diplomatie und bot ein hochkar\u00e4tiges Forum f\u00fcr den sachlichen und offenen Austausch zu aktuellen und strategischen Themen der Kerntechnik.<\/p><p>Im Mittelpunkt standen praxisnahe Vortr\u00e4ge, Diskussionen und pers\u00f6nliche Gespr\u00e4che \u2013 mit dem Ziel, fachliche Expertise, neue Impulse und Ideen zusammenzubringen.<\/p><p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0720_DXO_b-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"750\" height=\"500\" class=\"aligncenter wp-image-7852 size-large\" srcset=\"https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0720_DXO_b-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0720_DXO_b-300x200.jpg 300w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0720_DXO_b-768x512.jpg 768w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0720_DXO_b-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0720_DXO_b-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0720_DXO_b-18x12.jpg 18w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0720_DXO_b-360x240.jpg 360w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0720_DXO_b-230x153.jpg 230w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0720_DXO_b-600x400.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/p><p>Der Vorsitzende von KernD, Thomas Seipolt er\u00f6ffnete den Verbandstag und rekapitulierte das Bestreben von KernD in den vergangenen Monaten, argumentativ f\u00fcr eine Wiederinbetriebnahme abgeschalteter Kernkraftwerke durch zu werben. Obwohl dies aufgrund handfester energiewirtschaftlicher und wirtschaftspolitischer Vorteile durchaus in Teilen der Politik auf Resonanz gesto\u00dfen sei, sei es doch nicht gelungen, die teils tief verankerten Vorbehalte gegen\u00fcber einer neuen Kernenergiepolitik zu \u00fcberwinden. Er betonte zugleich, dass der Blick in die j\u00fcngste Vergangenheit nur einen kleineren Teil des Vortragsprogramms des Tages ausmache, sondern dass vielmehr der Blick in die Zukunft in Deutschland und international im Mittelpunkt stehen sollen, wie er sich in den Themen SMR-Entwicklung, Kernfusion, Endlagerung und Kernenergieprogramm unseres Nachbarlandes Tschechien mainifestiere.<\/p><p><strong>Energiepolitik der neuen Bundesregierung<\/strong><\/p><p>Als erster Referent des Tages trug Dr. Christian Geinitz, Wirtschaftskorrespondent in der Hauptstadtredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, zu \u201eEnergiefragen Deutschland 2025\u201c vor. Vor dem eigentlichen Thema der Herausforderungen der Energiepolitik erkl\u00e4rte Geinitz, dass das Durchfallen von Merz im ersten Wahlgang am Tag zuvor nicht einfach ein Denkzettel sei, sondern einen Mangel an Vertrauen sowie an Respekt vor dem W\u00e4hler zeige. Es sei ein jammervolles Signal nach innen und au\u00dfen, das die Feinde der offenen Gesellschaft triumphieren lasse.<\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0780_DXO_b-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"750\" height=\"500\" class=\"alignnone wp-image-7865 size-large\" srcset=\"https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0780_DXO_b-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0780_DXO_b-300x200.jpg 300w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0780_DXO_b-768x512.jpg 768w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0780_DXO_b-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0780_DXO_b-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0780_DXO_b-18x12.jpg 18w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0780_DXO_b-360x240.jpg 360w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0780_DXO_b-230x153.jpg 230w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0780_DXO_b-600x400.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/p><p>Geinitz erkl\u00e4rt, dass er den Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland f\u00fcr falsch halte. Kernenergie h\u00e4tte aus seiner Sicht mit Unterst\u00fctzung der Bev\u00f6lkerung zu wichtigen Zielen im Energiesektor beitragen k\u00f6nnen wie Wettbewerbsf\u00e4higkeit, Klimapolitik, Netzstabilit\u00e4t, Energieunabh\u00e4ngigkeit. Die Energiegewinnung aus Kernspaltung komme aber im Koalitionsvertrag nicht vor, was zwar wesentlich an der SPD gelegen habe, aber auch am Unwillen der Betreiber sowie an mangelnder Entschlossenheit in der Union, ihre Position durchzusetzen.<\/p><p>Der Koalitionsvertrag halte an den klimapolitischen Zielvorgaben fest, obwohl der BDI und andere f\u00fcr eine Verschiebung der Klimaneutralit\u00e4t von 2045 auf das gemeinsame europ\u00e4ische Ziel 20250 pl\u00e4dierten. Dadurch lie\u00dfen sich 750 Milliarden Euro Kosten sparen, der Ausbau erneuerbarer Energien entspannen, ohne dem Klima substantiell zu schaden. Das Klimaschutzgesetz bleibe aber unangetastet.<\/p><p>Geinitz berichtet, dass ein Monitoring der Energiewende eingef\u00fchrt werden solle bei dem der Strombedarf, der Ausbau der Erneuerbaren und die Versorgungssicherheit evaluiert werden sollen ebenso wie die Ausbaupl\u00e4ne f\u00fcr die Off-shore Windenergie wegen des Windparkeffekts in der Deutschen Bucht.<\/p><p>Er stellt fest, die neue Koalition habe erkannt, dass \u00fcber der Umweltfreundlichkeit die anderen Ziele der Energiepolitik vernachl\u00e4ssigt worden seien. Das schon von der Ampelregierung angek\u00fcndigte Klimageld bleibe aber weiter aus.<\/p><p>Geinitz f\u00e4hrt damit fort, dass die neue Regierung aus seiner Sicht erkannt habe, dass die Versorgungssicherheit ein Schl\u00fcsselfaktor sein werde und verweist dabei auch auf den j\u00fcngsten Blackout auf der iberischen Halbinsel. Dieser solle durch den Ausbau von Gaskraftwerken zur Deckung des Bedarfs an gesicherter Leistung Rechnung getragen werden. Gaskraftwerke spielten in den Pl\u00e4nen der neuen Regierung auch dar\u00fcber hinaus eine Schl\u00fcsselrolle und sollen nicht nur in der Spitzenlast und unabh\u00e4ngig von der Frage des Wasserstoffeinsatzes genutzt werden. Daf\u00fcr solle auch die M\u00f6glichkeit langfristiger Liefervertr\u00e4ge geschaffen sowie die CO2-Abscheidung bei Gaskraftwerken erm\u00f6glicht werden. Diese Punkte seien aber nicht nur bei den Gr\u00fcnen, sondern auch in der SPD sehr umstritten. Geinitz h\u00e4lt fest, dass die Kohlekraftwerke als R\u00fcckversicherung verblieben, falls die Gaskraftwerke nicht ausreichend oder nicht schnell genug zugebaut w\u00fcrden.<\/p><p>Er berichtet, die Generaldirektion f\u00fcr Beihilfen der EU-Kommission habe die Solarspitzenregelung wegen einer fehlenden R\u00fcckforderungsklausel nicht genehmigt, so dass vermutlich auch bei Pl\u00e4nen der neuen Regierung europ\u00e4ische Genehmigungsh\u00fcrden auftreten k\u00f6nnten.<\/p><p>Er teilt seine Einsch\u00e4tzung mit, dass die Minister Katherina Reiche (Wirtschaft und Energie) und Carsten Schneider (Umwelt) in der Energiewirtschaft positiv eingesch\u00e4tzt w\u00fcrden. Es werde erwartet, dass sich Reiche stark auf klassische Wirtschafts- und Ordnungspolitik fokussieren werde. Noch keine Einsch\u00e4tzung k\u00f6nne er zur Trennung von Energie und Klima in den Ressortzust\u00e4ndigkeiten geben. Schneider sei bei den Themen seines Hauses nicht unbeleckt, sei aber bisher eher in der Finanzpolitik aktiv gewesen. Er habe Jochen Flasbarth aus dem Entwicklungshilfeministerium ins Umweltministerium zur\u00fcckgeholt, um als \u201eHaudegen\u201c in der nationalen und internationalen Klimapolitik zu fungieren.<\/p><p>Insgesamt lasse die neue Regierung nach Geinitz\u2018 Auffassung in der Energiepolitik Mut vermissen, nicht nur bei der Kernenergie, sondern auch hinsichtlich einer Verschiebung der Klimaneutralit\u00e4t und der M\u00f6glichkeit der CCS-Nutzung bei Kohlekraftwerken.<\/p><p><strong>Rechtsfragen neuer Nukleartechnologien<\/strong><\/p><p>Der n\u00e4chste Vortrag von Dr. Christian Raetzke, \u201eRechtsfragen zu neuen Nuklear-Technologien\u201c, behandelt regulatorische Fragen im Blick auf Forschungsreaktoren, Transmutationsanlagen, SMR und Kernfusion.<\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0873_DXO_b-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"750\" height=\"500\" class=\"alignnone wp-image-7866 size-large\" srcset=\"https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0873_DXO_b-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0873_DXO_b-300x200.jpg 300w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0873_DXO_b-768x512.jpg 768w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0873_DXO_b-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0873_DXO_b-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0873_DXO_b-18x12.jpg 18w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0873_DXO_b-360x240.jpg 360w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0873_DXO_b-230x153.jpg 230w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0873_DXO_b-600x400.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/p><p>Raetzke erl\u00e4utert zun\u00e4chst die bestehenden Verbote und die fortbestehenden M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Nukleartechnologien. Bei Kernkraftwerken seien Errichtung und Betrieb zur gewerblichen Erzeugung von Elektrizit\u00e4t verboten, gleiches gelte f\u00fcr Wiederaufarbeitungsanlagen erg\u00e4nzt um ein Verbot der Abgabe von Stoffen an solche Anlagen. Raetzke f\u00e4hrt mit der Feststellung fort, dass die Kerntechnik ansonsten weiterhin erlaubt sei, sofern Anlagen die erforderliche Sicherheit im Sinne der Schadensvorsorge gew\u00e4hrleisteten. Insbesondere sei das rechtliche \u201eR\u00e4derwerk\u201c f\u00fcr Genehmigungen noch vorhanden, materiell in Form der Genehmigungsnormen sowie verfahrensrechtlich u. a. mit der Atomrechtlichen Verfahrensverordnung.<\/p><p>Raetzke h\u00e4lt fest, dass Forschungsreaktoren von der Beendigung der Kernenergienutzung 2002\/2011 ausdr\u00fccklich nicht betroffen sein sollten und keinen Strom erzeugten, sondern die Neutronenstrahlung f\u00fcr Zwecke der Forschung, Technik, Medizin nutzten. Auch eine Stromerzeugung als Nebenprodukt k\u00fcnftiger Forschungsreaktoren w\u00e4re erlaubt, sofern diese nicht \u201egewerblich\u201c erfolge, sondern als Teil der Forschung zu Energiesystemen oder zur Deckung des Eigenbedarfs f\u00fcr den Campus.<\/p><p>In Bezug auf Transmutationsanlagen etwa nach dem Konzept des START-Moduls wie es in einer Studie der Bundesagentur f\u00fcr Sprunginnovation betrachtet worden sei, bestehe eine kompliziertere Lage, wie Raetzke ausf\u00fchrt. Eine Stromerzeugung k\u00f6nne als ein Nebeneffekt der Anlage evtl. gerechtfertigt werden, w\u00e4re aber rechtlich unsicher. Da eine solche Anlage auch eine Wiederaufarbeitung beinhalte, sei sie aber von einem diesbez\u00fcglichen Verbot erfasst. Hier k\u00f6nne eine gesetzliche Ausnahme vom Verbot der Wiederaufarbeitung in Betracht kommen, besonders wenn diese nicht zur Gewinnung neuen Brennstoffs diene, sondern zur Verringerung von Abfallvolumina und Aktivit\u00e4t zur Entlastung eines k\u00fcnftigen Endlagers. Hinsichtlich der Risikobewertung w\u00e4re Raetzke zufolge zu beachten, dass die Anlage ein Restrisikopotential berge, aber zugleich aktiv zur Sicherheit der Entsorgung beitragen k\u00f6nne.<\/p><p>Raetzke f\u00fchrt zum kerntechnischen Anwendungsfall Small Modular Reactors (SMR) aus, dass die Genehmigungsf\u00e4higkeit vom Nutzungszweck abh\u00e4nge. Im Fall von Prozessdampf und -w\u00e4rme f\u00fcr industrielle Anwendung, Fernw\u00e4rmenetze und Strombereitstellung f\u00fcr einen integrierten Prozess zur Erzeugung eines anderen Produkts wie Wasserstoff best\u00fcnde kein Verbot. Auch die Nutzung von Strom f\u00fcr den Eigenbedarf einer Industrieanlage w\u00e4re rechtlich gut vertretbar. Hierbei sei auch eine grenz\u00fcberschreitende Variante denkbar, mit einem SMR im Ausland und einer Stromleitung zum oder einem Power Purchase Agreement f\u00fcr den deutschen Abnehmer.<\/p><p>Raetzke erkl\u00e4rt, dass sich f\u00fcr die Kernfusion die Lage aktuell ganz anders darstelle, da diese von der Politik gem\u00e4\u00df Koalitionsvertrag erw\u00fcnscht sei. Die bisherigen Versuchsanlagen in Garching und Greifswald seien nach Strahlenschutzrecht genehmigt worden und im Prozess finde keine Spaltung von Kernbrennstoffen statt wodurch auch kommerzielle Fusionsanlagen vom Verbot nach AtG nicht betroffen seien. Es bestehe zwischen den Regierungsparteien auch Konsens, dass die Regulierung der Kernfusion auch weiterhin nicht im Atomrecht erfolgen solle. Vielmehr sei die Schaffung eines eigenen Genehmigungsregimes geplant, sei es im Strahlenschutzrecht oder in einem Fusionsgesetz.<\/p><p>Im Fazit stellt Raetzke fest, dass das AtG immer noch viele M\u00f6glichkeiten f\u00fcr neue Kerntechnologien biete. Vor dem Hintergrund der Verbote bei Kernkraftwerken und Wiederaufarbeitungsanlagen sowie im Licht der Erfahrungen sei aber eine eingeschr\u00e4nkte Investitionssicherheit durch politische und mediale Risiken anzunehmen. Die Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr Anlagengenehmigungen liege bei den L\u00e4ndern aber es bestehe ein Weisungsrecht des Bundes im Rahmen der Bundesauftragsverwaltung. Im Hinblick auf die Herangehensweise bei der Nutzung der rechtlichen M\u00f6glichkeiten f\u00fcr neue kerntechnische Anlagen empfiehlt Raetzke, nicht auf das Ausnutzen von L\u00fccken im Gesetz abzustellen, sondern ein Bewusstsein daf\u00fcr zu bilden, dass der gesetzliche Rahmen ein breites Spektrum von Aktivit\u00e4ten erm\u00f6gliche, die nicht ausdr\u00fccklich verboten seien. In einem m\u00f6glichen zweiten Schritt k\u00f6nne das AtG gezielt etwa an Transmutation oder SMR angepasst werden. Es sei wichtig festzuhalten, dass es verfassungsrechtlich kein Hindernis f\u00fcr eine Einschr\u00e4nkung oder Aufhebung der Verbote im AtG gebe.<\/p><p><strong>Aktuelles zu Endlager Konrad<\/strong><\/p><p>Kurzfristig konnte die Bundesgesellschaft f\u00fcr Endlagerung (BGE) gewonnen werden, \u00fcber ein in der aktuellen Medienberichterstattung beleuchtetes Thema vorzutragen, das viele der anwesenden G\u00e4ste bzw. deren Unternehmen direkt betrifft, das Endlagerprojekt Konrad. Dr. Monika Kreienmeyer und Dr. Bernd Samwer gaben im Vortrag \u201eKonrad aktuell\u201c zun\u00e4chst einen \u00dcberblick des Projektstandes und die kommenden Schritte der Errichtung des Endlagers f\u00fcr schwach- und mittelradioaktive Abf\u00e4lle. Danach berichteten sie \u00fcber die Phase 2 der \u00dcberpr\u00fcfung der sicherheitstechnischen Anforderungen f\u00fcr das Endlager Konrad (\u00dcsiKo), die darauf gerichtet sei, die Fortentwicklung im Stand von Wissenschaft und Technik seit Erteilung des Planfeststellungsbeschlusses zu untersuchen (Phase 1) und die Sicherheitsanalysen zu aktualisieren (Phase 2). Diese Arbeitsschritte seien nun abgeschlossen und die Ergebnisse seien nach einer unabh\u00e4ngigen wissenschaftlichen Begleitung durch vier Experten bei einer Veranstaltung der Fach\u00f6ffentlichkeit im Oktober 2024 pr\u00e4sentiert worden. Noch ausstehend seien Phase 3 \u2013 m\u00f6gliche Anpassung der Planung \u2013 und Phase 4 \u2013 deren Umsetzung im Bau.<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0962_DXO-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1707\" class=\"alignnone wp-image-7867 size-full\" srcset=\"https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0962_DXO-scaled.jpg 2560w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0962_DXO-300x200.jpg 300w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0962_DXO-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0962_DXO-768x512.jpg 768w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0962_DXO-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0962_DXO-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0962_DXO-18x12.jpg 18w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0962_DXO-360x240.jpg 360w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0962_DXO-230x153.jpg 230w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_0962_DXO-600x400.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><\/p><p>Kreienmeyer und Samwer f\u00fchren aus, dass in Phase 2 10 Hinweise und 36 Deltas identifiziert worden seien, von denen noch 10 Deltas zwischen urspr\u00fcnglicher Sicherheitsanalyse und Stand von Wissenschaft und Technik zu bearbeiten seien, darunter ein wissenschaftlicher Dissens \u00fcber Kritikalit\u00e4tsmodelle und Fragen der Optimierung der Betriebssicherheit. Zentrales Ergebnis sei, dass die Fachgutachten zeigten, dass das Endlager Konrad sicher betrieben werden k\u00f6nne. Auch mit Blick auf die Langzeitsicherheit zeigen die Ergebnisse der \u00dcsiKo, dass Konrad ein sicheres Endlager werde.<\/p><p>Zur medial aktuellen Fragestellung der Freigabe von Abfallgebinden zur Endlagerung teilen Kreienmeyer und Samwer mit, dass das Volumen radiologisch produktkontrollierter Abf\u00e4lle in den letzten Jahren gesteigert worden sei. In 2024 seien ca. 8.500 m3 Abfallvolumen radiologisch produktkontrolliert worden. Zugleich gebe es aber derzeit noch keine freigegebenen Gebinde im Hinblick auf die stoffliche Beschreibung, so dass zum heutigen Stand kein Abfallgebinde mit schwach- oder mittelradioaktiven Abf\u00e4llen im Endlager Konrad eingelagert werden k\u00f6nne. Die Vortragenden erkl\u00e4rten, dass hierf\u00fcr die Gehobene Wasserrechtliche Erlaubnis (GWE) eine zentrale Rolle spiele. Sie erl\u00e4utern, dass mit dem Planfeststellungsbeschluss 4 wasserrechtliche Erlaubnisse f\u00fcr Konrad erteilt worden seien, von denen nur eine die Abf\u00e4lle behandle.<\/p><p>Kreienmeyer und Samwer f\u00fchren weiter aus, dass radioaktive Abf\u00e4lle radiologisch und stofflich charakterisiert werden m\u00fcssten. Die radiologischen Grenzwerte st\u00fcnden in den Endlagerungsbedingungen fest, womit eine Best\u00e4tigung der Endlagerf\u00e4higkeit von Abfallgebinden verl\u00e4sslich m\u00f6glich sei. F\u00fcr die stoffliche Charakterisierung l\u00e4gen aber keine Grenzwerte pro Gebinde vor. Vielmehr m\u00fcsse die Unbedenklichkeit f\u00fcr das Grundwasser durch die Einlagerung f\u00fcr jeden Stoff in Summe nachgewiesen werden. Die Basis f\u00fcr diesen Nachweis sei das Umsetzungsmodell f\u00fcr die GWE, das vom damaligen Betreiber Bundesamt f\u00fcr Strahlenschutz (BfS) in Abstimmung mit der zust\u00e4ndigen Wasserrechtsbeh\u00f6rde in Niedersachsen in 2011 ausgearbeitet worden sei.<\/p><p>Weiter erkl\u00e4ren sie, dass das Umsetzungsmodell der GWE mit Stoff- und Beh\u00e4lterlisten arbeite, mit denen Abfallgebinde wie in einem Baukastensystem beschrieben werden k\u00f6nnten. Das bedeute, dass der Ablieferungspflichtige einen Listeneintrag beantrage und die BGE als heutiger Betreiber die Unbedenklichkeit des Stoffes pr\u00fcfe sowie gegen\u00fcber dem Nieders\u00e4chsischen Landesbetrieb f\u00fcr Wasserwirtschaft, K\u00fcsten- und Naturschutz (NLWKN) nachweise. Erst danach k\u00f6nne ein Eintrag zur Verwendung freigegeben werden.<\/p><p>Kreienmeyer und Samwer berichten, dass seit der \u00c4nderung der Grundwasserverordnung im Jahr 2017 wegen der Sperrung von Stofflisteneintr\u00e4gen kein vollst\u00e4ndiger Endlagerbescheid f\u00fcr Abfallgebinde mehr habe erlassen werden k\u00f6nnen. Seit \u00c4nderung der Trinkwasserverordnung 2023 seien dar\u00fcber hinaus nun fast alle Stofflisteneintr\u00e4ge betroffen. Als Folge m\u00fcsste nun die Unbedenklichkeit von 124 Stoffen aus den Stofflisten in Bezug auf die ge\u00e4nderten Grenzwerte erneut betrachtet werden. Der Verweis auf die dynamischen Grenzwerte des konventionellen Wasserrechts bewirke so, dass auch gepr\u00fcfte und best\u00e4tigte Gebinde ihre Zulassung zur Endlagerung wieder verlieren k\u00f6nnten.<\/p><p>Zu einer m\u00f6glichen L\u00f6sung des Problems f\u00fchren die Vortragenden aus, dass die BGE \u00fcberzeugt sei, dass durch die Einlagerung der radioaktiven Abf\u00e4lle keine unzul\u00e4ssige Belastung des Grundwassers entstehe, so dass die diesbez\u00fcglichen Schutzziele zu jeder Zeit eingehalten werden k\u00f6nnten. Dabei sei zu beachten, dass die Einlagerung der Abf\u00e4lle in etwa 850 Metern Tiefe unter der Erdoberfl\u00e4che erfolge. Das zugrunde gelegte Ausbreitungsmodell sei mit \u00dcberkonservativit\u00e4ten belastet und gehe gem\u00e4\u00df dieser Annahmen davon aus, dass ein Stofftransport zur Oberfl\u00e4che nach mehreren Hunderttausend Jahren m\u00f6glich sei. In der Realit\u00e4t w\u00fcrden aber auch Sorptionsprozesse und der Abbau organischer Verbindungen auftreten und die gr\u00f6\u00dfere Dichte des Tiefengrundwassers m\u00fcsse ber\u00fccksichtigt werden. Der tats\u00e4chliche Stofftransport bis zur Oberfl\u00e4che werde dadurch deutlich langsamer sein oder gar nicht stattfinden, so dass weniger bis keine Mengen bestimmter Stoffe \u00fcberhaupt im Grundwasser ankommen w\u00fcrden. Die Pr\u00fcfung der Unbedenklichkeit angesichts der ge\u00e4nderten Grenzwerte im Wasserrecht liefen bei der BGE, seien aber noch nicht abgeschlossen. Dabei w\u00fcrden auch die genannten Effekte ber\u00fccksichtigt.<\/p><p>In der Fragerunde wird angemerkt, das die BGE versuche, ein politisch-juristisches Problem technisch zu l\u00f6sen, was vermutlich nicht funktionieren werde.<\/p><p><strong>Der Bundestags-Untersuchungsausschuss \u201eAtomausstieg\u201c<\/strong><\/p><p>Der Investivjournalist Daniel Gr\u00e4ber berichtet \u00fcber seine Rolle und die des Magazins Cicero bei der Aufkl\u00e4rung \u00fcber den Umgang mit der Kernenergie und der Entscheidungswege innerhalb der Bundesregierung w\u00e4hrend der Energiekrise 2022\/23 in seinem Vortrag \u201eCicero und der BT-Untersuchungsausschuss\u201c. In Folge der Berichterstattung von Cicero und dann weiterer Medien sei der 2. Untersuchungssauschuss des Deutschen Bundestages zur Kl\u00e4rung dieser Sachverhalte ins Leben gerufen worden.<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1106_DXO_b-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"750\" height=\"500\" class=\"alignnone wp-image-7868 size-large\" srcset=\"https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1106_DXO_b-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1106_DXO_b-300x200.jpg 300w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1106_DXO_b-768x512.jpg 768w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1106_DXO_b-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1106_DXO_b-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1106_DXO_b-18x12.jpg 18w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1106_DXO_b-360x240.jpg 360w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1106_DXO_b-230x153.jpg 230w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1106_DXO_b-600x400.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/p><p>Gr\u00e4ber erkl\u00e4rte, die Energiediskussion in Deutschland sei v\u00f6llig \u00fcberpolitisiert und der Diskurs werde im Stil eines Glaubenskrieges gef\u00fchrt. Er h\u00e4lt fest, dass sich im Untersuchungsausschuss zum Atomausstieg in den Zeugenbefragungen Fachbeamte offen von ihren Vorgesetzten distanziert h\u00e4tten, die aus ihren Stellungnahmen und Empfehlungen das Gegenteil gemacht h\u00e4tten.<\/p><p>Gr\u00e4ber warf die Frage auf, warum Deutschland auch jetzt diesen Weg des Atomaussteigs nicht verlassen k\u00f6nne und beantwortete sie mit der Wirkm\u00e4chtigkeit des \u201eEnergiewendestaates\u201c, wie ein Begriff von Frau Wendland laute, den er sich zu eigen mache,\u00a0 der wie ein gr\u00fcner \u201eDeep State\u201c funktioniere und alle wichtigen Positionen in der energiepolitischen Diskussion besetze.<\/p><p><strong>Kernenergie und Koalitionsvertrag<\/strong><\/p><p>Dr. Andreas Lenz MdB, der selbst in der Arbeitsgruppe Klima und Energie an den Koalitionsverhandlungen mitwirkte, berichtet in seinem Vortrag \u201eR\u00fcckblick auf die Koalitionsverhandlungen\u201c \u00fcber den Umgang mit der Kernenergie und die Perspektiven f\u00fcr die Kerntechnik, die in Deutschland gleichwohl bestehen.<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1251_DXO_b-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"750\" height=\"500\" class=\"alignnone wp-image-7870 size-large\" srcset=\"https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1251_DXO_b-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1251_DXO_b-300x200.jpg 300w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1251_DXO_b-768x512.jpg 768w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1251_DXO_b-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1251_DXO_b-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1251_DXO_b-18x12.jpg 18w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1251_DXO_b-360x240.jpg 360w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1251_DXO_b-230x153.jpg 230w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1251_DXO_b-600x400.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/p><p>Ausgehend von den Themen des parlamentarischen Untersuchungsausschusses, die vom vorherigen Redner Daniel Gr\u00e4ber angesprochen worden seien, erkl\u00e4rte Lenz, dass Schl\u00fcsselpositionen in den Ministerien f\u00fcr Wirtschaft und f\u00fcr Umwelt w\u00e4hrend der Energiekrise 2022\/23 von Personen besetzt gewesen seien, f\u00fcr die ein Weiterbetrieb der Kernkraftwerke unvorstellbar gewesen sei. Wirtschaftsminister Habeck habe bef\u00fcrchten m\u00fcssen, dass \u2013 selbst wenn er 2022 offener f\u00fcr eine Verl\u00e4ngerung des Betriebs gewesen w\u00e4re \u2013 er eine solche Position gegen\u00fcber Partei und Fraktion der Gr\u00fcnen nicht h\u00e4tte durchsetzen k\u00f6nnen.<\/p><p>Lenz hielt fest, dass die Diskussionen im Untersuchungsausschuss und w\u00e4hrend der Koalitionsverhandlungen dazu beigetragen h\u00e4tten, Fakten zum Thema Kernenergie in die Gesellschaft zu tragen. Er machte deutlich, dass die Grundlagen f\u00fcr die Wiederinbetriebnahme von Kernkraftwerken und gr\u00f6\u00dfere \u00c4nderungen in der Abfallwirtschaftspolitik nicht im Rahmen der operativen Politik ge\u00e4ndert werden k\u00f6nnten, weg von dem, was in den Koalitionsverhandlungen vereinbart worden sei. Er verwies auf die bestehenden M\u00f6glichkeiten im Bereich Forschung und Technologie in der Kernenergie, die genutzt werden k\u00f6nnten.<\/p><p>Lenz bedauerte, dass im Koalitionsvertrag eine gro\u00dfe Chance vertan worden sei, wies aber darauf hin, dass sich die Haltung gegen\u00fcber Kernenergie in politischen Parteien, gesellschaftlichen Gruppen und der \u00d6ffentlichkeit insgesamt zum Besseren gewandelt habe. Er hob die Bedeutung hervor, die Entwicklung der Kernenergie international zu unterst\u00fctzen, nicht zuletzt, um die Kompetenz im Bereich in Deutschland aufrechtzuerhalten und weil wir in Zukunft eine stabile Energiequelle ben\u00f6tigen w\u00fcrden.<\/p><p>Lenz unterstrich die Notwendigkeit einer neuen Forschungsagenda f\u00fcr die Kernenergie und bef\u00fcrwortete die m\u00f6gliche Bildung von Kompetenzclustern im Bereich Kernenergie in Wissenschaft und Forschung.<\/p><p><strong>Stand der Dinge: Kleinreaktoren<\/strong><\/p><p>In seinem Vortrag \u201eKleinreaktoren \u2013 Chancen, Herausforderungen und aktuelle Entwicklungen berichtet Prof. Dr. J\u00f6rg Starflinger, Leiter des Instituts f\u00fcr Kernenergetik der Universit\u00e4t Stuttgart, dass im britischen SMR Tender noch zwei Anbieter \u00fcbrig seien, der BWRX-300 von Hitachi\/General Electric und der Rolls Royce SMR, wobei er es f\u00fcr wahrscheinlich halte, dass die britische Regierung am Ende dem heimischen Anbieter den Vorzug geben werde. Starflinger f\u00fchrt aus, dass man sich von SMR Vorteile bei der Sicherheit verspreche, wie passive Sicherheit, integrales Design bis hin zur M\u00f6glichkeit inh\u00e4renter Sicherheit, Vereinfachungen bei der Umsetzung der Projekte verspreche, wie eine reduzierte Komponentenzahl, die M\u00f6glichkeit der Fabrikherstellung integraler Module, Transportf\u00e4higkeit und eine verk\u00fcrzte Bauzeit. Ebenfalls angestrebt w\u00fcrden die Co-Generation bzw. Nutzung von Wasserstoff oder W\u00e4rme, eine nochmals verbesserte Lastfolgef\u00e4higkeit und die Markterschlie\u00dfung auch f\u00fcr kleinere Stromnetze. Auch weiterhin w\u00fcrde nicht-waffenf\u00e4higes Material verwendet, wodurch Anforderungen zur Nicht-Proliferation erf\u00fcllt w\u00fcrden.<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1552_DXO_b-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"750\" height=\"500\" class=\"alignnone wp-image-7857 size-large\" srcset=\"https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1552_DXO_b-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1552_DXO_b-300x200.jpg 300w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1552_DXO_b-768x512.jpg 768w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1552_DXO_b-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1552_DXO_b-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1552_DXO_b-18x12.jpg 18w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1552_DXO_b-360x240.jpg 360w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1552_DXO_b-230x153.jpg 230w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1552_DXO_b-600x400.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/p><p>Starflinger erl\u00e4utert, dass es 68 SMR-Designs verschiedener Art gebe: Landbasierte, wassergek\u00fchlte Systeme, seebasierte, wassergek\u00fchlte Systeme, gasgek\u00fchlte SMR, fl\u00fcssigmetallgek\u00fchlte SMR mit schnellem Neutronenspektrum, Salzschmelze-SMR sowie Mikroreaktoren. In Betrieb bef\u00e4nden sich der KLT-40S der Akademik Lomonossov als seegest\u00fctzter, wassergek\u00fchlter SMR in Russland sowie der HTR-PM als gasgek\u00fchlter, grafitmoderierter Kugelhaufenreaktor in China. In Bau bef\u00e4nden sich der landgest\u00fctze, wassergek\u00fchlte Reaktor CAREM in Argentinien und der bleigek\u00fchlte schnelle Reaktor BREST-OD-300 in Russland.<\/p><p>Starflinger teilt mit, dass es auf der Welt 19.000 unabh\u00e4ngige kleine Stromnetze gebe, von denen die H\u00e4lfte \u00fcber 2 MW Leistung ben\u00f6tige, die heute mit Dieselgeneratoren bereitgestellt w\u00fcrden. Hier liege das weltweite Marktpotential f\u00fcr Micro Modular Reactors (MMR). Geografisch betrachtet l\u00e4gen die Hauptm\u00e4rkte f\u00fcr SMR in Asien, Nordamerika sowie ggf. in Polen, Tschechien, UK. Hinsichtlich der Marktperspektiven erkl\u00e4rt Starflinger, dass es bei SMR eine gro\u00dfe Schwankungsbreite der Prognosen gebe, die von der Erwartung der Errichtung nur weniger Prototypenanlagen bis zu einem massiven Ausbau auf rund 9 Prozent der globalen Stromerzeugung reiche. Die Realisierung der Prototypen und die daraus resultierende m\u00f6gliche Kostenabsch\u00e4tzung w\u00fcrden einen gro\u00dfen Einfluss auf den Erfolg haben.<\/p><p>Starflinger erl\u00e4utert, dass die European Industrial Alliance on SMR der Ermittlung der vielversprechendsten und kosteneffizientesten SMR-Technologien, der Identifikation von Investitionshindernissen, der Analyse von Finanzierungsm\u00f6glichkeiten sowie der Identifikation potenzieller industrieller Nutzer mit energieintensiven Technologien dienen solle. Daraus soll der zuk\u00fcnftige Forschungsbedarf ermittelt werden und eine Grundlage f\u00fcr den Austausch zwischen Herstellern, m\u00f6gl. Betreibern und europ\u00e4ischen Aufsichts- und Genehmigungsbeh\u00f6rden geschaffen werden.<\/p><p>Auf Nachfrage gibt Starflinger an, dass Kosten von den Entwicklern fast nie angegeben w\u00fcrden und er f\u00fcr fast alle Konzepte nicht \u00fcber Kostenzahlen verf\u00fcge. Zu einer Frage nach bereits vorhandener Technologie im milit\u00e4rischen Bereich und deren Nutzung im zivilen Energiesektor erkl\u00e4rt Starflinger, dass diese Reaktoren in der Regel mit hoher Anreicherung betrieben w\u00fcrden, was im zivilen Sektor Probleme mit milit\u00e4rischer Geheimhaltung, Proliferation und IAEA-Regeln aufwerfen w\u00fcrde.<\/p><p><strong>Stand der Dinge: Kernfusion<\/strong><\/p><p>Prof. Dr. Robert Wolf vom Max-Planck-Institut f\u00fcr Plasmaphysik teilt in seinem Vortrag \u201eEntwicklungsstand zur Kernfusion\u201c zu den technisch-wissenschaftlichen Grundlagen der Kernfusion zur Energiegewinnung u. a. mit, dass die schnellen Neutronen, die bei der Deuterium-Tritium-Fusion entst\u00fcnden und oft als Problem betrachtet w\u00fcrden, gut f\u00fcr die M\u00f6glichkeit einer nutzbaren Energieauskopplung seien.<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1687_DXO_b-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"750\" height=\"500\" class=\"alignnone wp-image-7863 size-large\" srcset=\"https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1687_DXO_b-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1687_DXO_b-300x200.jpg 300w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1687_DXO_b-768x512.jpg 768w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1687_DXO_b-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1687_DXO_b-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1687_DXO_b-18x12.jpg 18w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1687_DXO_b-360x240.jpg 360w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1687_DXO_b-230x153.jpg 230w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1687_DXO_b-600x400.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/p><p>Wolf erkl\u00e4rte, dass eine vertiefte Kooperation mi der Industrie nicht nur als Auftragnehmer, sondern auch als Entwicklungspartner erforderlich sei, wenn man in Richtung der industriellen Anwendung der Fusionstechnologie vorankommen wolle.<\/p><p>Das Start-up-Projekt SPARC von Commonwealth Fusion Systems, f\u00fcr das Magnete mit der extrem hohen Magnetfeldst\u00e4rke von 12,2 Tesla entwickelt w\u00fcrden und mit denen sich die Gr\u00f6\u00dfe des Plasmas im Vergleich zum ITER deutlich reduzieren lie\u00dfe \u2013 von 500 m\u00b3 f\u00fcr 500 MW(th) auf 20 m\u00b3 f\u00fcr 140 MW(th) \u2013 charakterisierte er als dem Space-X-Ansatz folgend, bei dem einfach ein neuer technischer Weg probiert w\u00fcrde, in der Hoffnung im Erfolgsfall damit viel Entwicklungszeit zu sparen.<\/p><p>Wolf gibt die Einsch\u00e4tzung, dass f\u00fcr eine zielgerichtete Entwicklung ein konsistentes Entwicklungsprogramm erforderlich sei, das alle Akteure einbeziehe und die Vermeidung von Kompetenzverlust zwischen Projekten gew\u00e4hrleiste, da dies bei den langen Zeitr\u00e4umen der Entwicklung von Projekten und Folgeprojekten ein reales Problem sei. Wolf f\u00fchrt aus, dass f\u00fcr die Realisierung eines Kraftwerks in m\u00f6glicherweise 20 Jahren ein serielles Vorgehen nicht ausreichend sei, sondern ein paralleles Vorgehen verwirklicht werden m\u00fcsse, wie bei den Start-up-Unternehmen.<\/p><p>Zum geplanten Projekt DEMO als Demonstrator f\u00fcr ein kommerzielles Fusionskraftwerk erkl\u00e4rt Wolf auf eine Nachfrage, dass DEMO eine europ\u00e4ische Idee sei und sehr konservativ geplant werde. Konzepte von Start-ups mit st\u00e4rkeren Magnetfeldern seien deutlich kleiner und k\u00f6nnten auch gr\u00f6\u00dfere Impulse f\u00fcr andere Technologien\/Hilfstechnologien leisten, etwa Hochtemperatursupraleiter und Laser.<\/p><p>Er erkl\u00e4rte, dass auch die Magnetfusion noch vor hohen technischen Deltas im Vergleich zu den Erfordernissen f\u00fcr ein Kraftwerk stehe, erst recht die Inertialfusion, die erst seit relativ kurzer Zeit als m\u00f6gliche Energiequelle erforscht werde. Hier sei etwa die Herausforderung bei der Erh\u00f6hung der Einschussrate f\u00fcr Fusionstargets von 2 pro Tag auf 10 pro Sekunde f\u00fcr einen theoretischen Kraftwerksbetrieb zu nennen. Wolf berichtete, dass das Start-up Focused Energy zun\u00e4chst kein Kraftwerk anstrebe, sondern eine Charakterisierungsanlage f\u00fcr radioaktive Abf\u00e4lle mit Neutronenquelle.<\/p><p><strong>Kernenergie in Tschechien<\/strong><\/p><p>Zum Thema \u201eKernenergieprogramm der Tschechischen Republik\u201c sprach Luk\u00e1\u0161 Janura, Botschaftssekret\u00e4r der Botschaft der Tschechischen Republik. Er berichtete vom 2022 begonnenen Ausschreibungsverfahren f\u00fcr geplante neue Kernkraftwerke, das zun\u00e4chst auf eine Anlage am Standort Dukovany beschr\u00e4nkt gewesen sei und danach auf insgesamt vier Anlagen an beiden Standorten, Dukovany und Temelin ausgeweitet worden sei. Die Auswahl sei auf das Angebot des koreanischen Anbieters KHNP gefallen.<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1695_DXO_b-683x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"683\" height=\"1024\" class=\"wp-image-7858 size-large alignnone\" srcset=\"https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1695_DXO_b-683x1024.jpg 683w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1695_DXO_b-200x300.jpg 200w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1695_DXO_b-768x1152.jpg 768w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1695_DXO_b-1024x1536.jpg 1024w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1695_DXO_b-1365x2048.jpg 1365w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1695_DXO_b-8x12.jpg 8w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1695_DXO_b-230x345.jpg 230w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1695_DXO_b-600x900.jpg 600w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1695_DXO_b-scaled.jpg 1707w\" sizes=\"(max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><\/p><p>Janura erl\u00e4utert, dass der Ausbau der Kernenergie ein wesentlicher Pfeiler der tschechischen Klimapolitik sei und erkl\u00e4rt, dass die Bedingungen sowohl f\u00fcr Fotovoltaik und insbesondere Windkraft in Tschechien im internationalen Vergleich nicht sehr g\u00fcnstig seien. Als Binnenland bestehe auch nicht die M\u00f6glichkeit der Nutzung von Windkraft auf See und aus Gr\u00fcnden der Energiesouver\u00e4nit\u00e4t sei ein gr\u00f6\u00dferer Ausbau von Gaskraftwerken nicht angeraten.<\/p><p>Janura berichtet, dass auch der Einsatz und die Entwicklung von SMR verfolgt w\u00fcrden. Es gebe sowohl Konzepte in eigener Entwicklung, als auch eine Zusammenarbeit zwischen Rolls Royce SMR und dem tschechischen Elektrizit\u00e4tsversorger CEZ, der einen Anteil an dem britischen Unternehmen erworben habe. Dabei spiele auch die M\u00f6glichkeit eine Rolle, dass kerntechnische Unternehmen in Tschechien Teil der Lieferkette werden k\u00f6nnten.<\/p><p><strong>Uranversorgung weltweit<\/strong><\/p><p>Unter dem Titel \u201eUran \u2013 Element der Zukunft\u201c berichtet der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Urenco Deutschland GmbH, Dr. J\u00f6rg Harren, \u00fcber die Treiber des Wachstums der Kernenergie weltweit. Dies seien die Themen Klimawandel und Net-Zero-Politik, das Streben nach Energieunabh\u00e4ngigkeit sowie der wachsende Strombedarf durch den Ausbau von KI und die Elektrifizierung industrieller Prozesse.<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1814_DXO_b-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"750\" height=\"500\" class=\"alignnone wp-image-7871 size-large\" srcset=\"https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1814_DXO_b-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1814_DXO_b-300x200.jpg 300w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1814_DXO_b-768x512.jpg 768w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1814_DXO_b-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1814_DXO_b-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1814_DXO_b-18x12.jpg 18w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1814_DXO_b-360x240.jpg 360w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1814_DXO_b-230x153.jpg 230w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1814_DXO_b-600x400.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/p><p>Harren stellt fest, dass die Uranf\u00f6rderung und noch mehr die nachgewiesenen Uranreserven breit \u00fcber die Welt gestreut seien und es daher zahlreiche heutige und zuk\u00fcnftige Lieferl\u00e4nder gebe. Die Anreicherung von Uran sei dabei ein zentraler Teil der Brennstofflieferkette und wesentlich weniger diversifiziert als die F\u00f6rderung. So entfielen mehr als 40 Prozent der Anreicherungskapazit\u00e4t auf Russland, aber rund 28 Prozent des Bedarfs auf die Vereinigten Staaten, in denen es aktuell nur eine geringe Anreicherungskapazit\u00e4t gebe. Daraus ergebe sich das Bestreben, von Lieferungen aus Russland unabh\u00e4ngig zu werden, was f\u00fcr die Vereinigten Staaten zu einem Importverbot f\u00fcr russisches Uran ab 2028 gef\u00fchrt habe. In diesem Kontext seien die Preise f\u00fcr die Anreicherung nach der Invasion in der Ukraine sprunghaft gestiegen und es habe sich bei der Urenco-Gruppe ein starker Anstieg des Auftragsvolumens ergeben, das nun bis in die vierziger Jahre reichte.<\/p><p>Harren berichtet weiter, dass die Urenco-Gruppe darauf mit einem Kapazit\u00e4tsprogramm reagiere, mit dem Kapazit\u00e4t erhalten, Ersatzkapazit\u00e4t geschaffen und Kapazit\u00e4tserweiterungen vorbereitet werden sollen. Zugleich sei klar, dass die Uranreserven auch bei Nutzung aktueller konventioneller Technologie eine gro\u00dfe Reichweite auch bei deutlicher Vergr\u00f6\u00dferung der Kernkraftkapazit\u00e4t h\u00e4tten und sich die Reichweite durch Nutzung von Brutreaktoren und der aktuell noch unwirtschaftlichen Extraktion von Uran aus Meerwasser jeweils noch drastisch erh\u00f6hen lasse.<\/p><p>Er erkl\u00e4rt, dass die Urenco-Gruppe entschieden habe, die erste westliche kommerzielle Anlage f\u00fcr die Anreicherung von HALEU- Brennstoff mit Anreicherungsgraden bis maximal 19,75 Prozent zu errichten, wie er in verschiedenen SMR-Designs ben\u00f6tigt w\u00fcrde. Bereits in diesem Jahr werde die Lieferung von LEU+ Brennstoff beginnen, niedrig angereichertem Uran mit einem erweiterten maximalen Anreicherungsgrad von bis zu zehn, statt bisher maximal f\u00fcnf Prozent.<\/p><p>In der das Programm abschlie\u00dfenden Podiumsdiskussion mit den Stellvertretenden Vorsitzenden von KernD, Carsten Haferkamp und Dr. J\u00f6rg Harren, stehen die pers\u00f6nlichen Erfahrungen der Panelteilnehmer Christine B\u00fcrger, Christel Pl\u00e4tzer und Marie-Therese Rupert aus Reihen der Young Professionals und Interessenten an der Kerntechnik im Mittelpunkt sowie ihre Zug\u00e4nge zum Thema Kernenergie.<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1942_DXO_b-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1707\" class=\"alignnone size-full wp-image-7872\" srcset=\"https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1942_DXO_b-scaled.jpg 2560w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1942_DXO_b-300x200.jpg 300w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1942_DXO_b-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1942_DXO_b-768x512.jpg 768w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1942_DXO_b-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1942_DXO_b-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1942_DXO_b-18x12.jpg 18w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1942_DXO_b-360x240.jpg 360w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1942_DXO_b-230x153.jpg 230w, https:\/\/kernd.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_1942_DXO_b-600x400.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><\/p><p>Der Vorsitzende von KernD, Thomas Seipolt beschlie\u00dft die Veranstaltung mit der Einladung zum Get-together, bei dem wie bereits in den Kaffepausen und der Mittagspause von allen Anwesenden reger Gebrauch gemacht wird von der M\u00f6glichkeit zum informellen Austausch und zu weiterer fachlicher Diskussion mit den Referenten des Tages und untereinander in angenehmem Ambiente.<\/p><p><\/p><p><strong>Fazit des Verbandstags<\/strong><\/p><p>Der erste KernD-Verbandstag hat die in ihn gesetzten Erwartungen einer Vernetzungs- und Fachplattform f\u00fcr Industrie, Wissenschaft und Politik voll erf\u00fcllt und ist als Veranstaltungsformat geeignet, ein Schaufenster der kerntechnischen Branche in der Hauptstadt zu sein sowie der Kerntechnik in der Wahrnehmung der politischen Akteure mehr Pr\u00e4senz zu verschaffen. Auch wenn eine rasche R\u00fcckkehr zur Kernkraftnutzung nicht zu erwarten ist, lohnt doch der Einsatz f\u00fcr den Verbleib technologischen und wissenschaftlichen Potentials der Kerntechnik in Deutschland. Der nachhaltige Stimmungsumschwung in der Bev\u00f6lkerung und die gr\u00f6\u00dfere Offenheit f\u00fcr die Kerntechnik in wichtigen Kabinettsressorts geben daf\u00fcr im Augenblick R\u00fcckenwind.<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erster Verbandstag von Kerntechnik Deutschland Am 7. Mai 2025, rund einen Monat nach Vorstellung des Koalitionsvertrages der neuen Bundesregierung sowie am Tag nach der Regierungsbildung fand der erste Verbandstag von Kerntechnik Deutschland (KernD) mit dem Titel \u201eKerntechnik im Dialog\u201c als ganzt\u00e4gige Veranstaltung statt. 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